Lustige Tiervideos im “heute journal”

Publishing Diese Woche war die Woche, in der das “heute journal” im ZDF dazu überging, lustige Tiervideos aus dem Internet zu zeigen. Inklusive Live-Kommentar von Claus Kleber. Wenigstens folgte mit der 37-Grad-Reportage über “Mensch Gottfried” eine öffentlich-rechtliche Wiedergutmachung. Und sonst: Thommy Gottschalk geht für RTLs “Das Supertalent” auf Trailer-Einheiztour, bei Burda greifen sie für Cover tief in den Tiegel der Buzzwords und Bild taugt als Fußballprophet nur bedingt.  

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Am vergangenen Dienstag war der medienhistorisch bedeutsame Tag, an dem das “heute journal” in ihrem ZettDeEff dazu überging, lustige Tiervideos aus dem Internet zu zeigen. Nach allerlei Krisen-Gedöns (Euro) wandte sich Claus Kleber in der 25. Minute mit gewohnt schiefer, aber bierernst zerknautschter Miene an die Zuschauer und kündigte an: “So jetzt haben wir für eine Hochglanzgeschichte aus der Welt der Hochkultur keine Zeit mehr aber für eine ganz kleine Geschichte aus der Tierwelt, aufgezeichnet mit einem Handyvideo (sic!) …” Es folgte der von YouTube sattsam bekannte lustige Tier-Wackelfilm, in dem sich ein Baby-Bär aus einer Garage befreit. Leicht säuerlich live kommentiert von Claus Kleber, jenem Mann, der beinahe mal Spiegel-Chefredakteur geworden wäre. Das ZDF schenkte sich sogar den Hinweis “Quelle: Internet”, den man sonst gerne bringt. Man darf gespannt sein, wann im “heute journal” Wackelvideos von Kleinkindern gezeigt werden, die sich beim Rollerfahren überschlagen.
###YOUTUBEVIDEO###
Dieses lustige Tiervideo wurde von Claus Kleber live im "heute journal" kommentiert

Wirklich sehenswert war im Anschluss ans tierische „heute journal“ die 37 Grad Reportage “Mensch Gottfried”. Autor Gregor Bialas hat den (u.a. aus einer alten FAZ-Reportage bereits bekannten) Extrem-Aussteiger Gottfried Stollwerk aus Niedersachsen ebenso einfühlsam wie unterhaltsam porträtiert. Das Besondere an dem Film, den Bialas auf Wunsch Stollwerks im Alleingang drehte, ist, wie der Filmautor vom Bauern zu einem Mit-Akteur gemacht wird. Ein wirklich sehenswertes Stück, das für so manchen öffentlich-rechtlichen Unfug der vergangenen Tage so ein bisschen entschädigt.

Sollte es noch Jemanden da draußen geben, der denkt, es sei eine gute Idee von RTL, Thomas Gottschalk für “Das Supertalent” zu verpflichten, der möge sich doch bitte diesen RTL-Trailer mit “dem Thommy” anschauen. Mit gemeißeltem Grinsen im Gesicht tut Gottschalk so, als sei er praktisch schon immer beim “Supertalent” gewesen. Von Dieter Bohlen keine Spur. Der “Pop-Titan” muss hinter den Kulissen kochen vor Wut. Die Hahnenkampf zwischen den beiden wird wohl die nächste “Superstar”-Staffel dominieren. Gut möglich, das Markus Lanz und “Wetten dass..?” am Ende die lachenden Dritten sind.

Ganz tief in den Tiegel mit Media-Buzzwords haben sie bei Burda gegriffen. Die Frauenzeitschrift Cover tritt als “Medienmarke in Deutschland erstmals von Beginn an konvergent auf”. Cover pflegt eine ultra-innovative „5-Screen-Strategie“ (wahrscheinlich gegen die fünf Zeichen der Magazin-Alterung). Gleich fünf mediale Kanäle auf einmal, nämlich Print, Website, Tablet, Smartphone und TV werden aus der “Cover Content Cloud” bedient. Wow, eine Tripple-C-Strategy! Die Inhalte werden dann “je nach Trägermedium individuell ausgespielt”. So entspinnt sich laut Burda-Pressemitteilung ein “mehrdimensionales Markenerlebnis”. Reine Science-Fiction. Das Titelthema der zweiten Cover-Ausgabe lautet übrigens “60 Seiten Modetrends”. Dazu gibt’s ein Foto von Jennifer Aniston. Mehr Innovation geht nun wirklich nicht.

War noch was? Ach ja, dieses Fußballspiel. Hierzu fiel folgende Anzeige der lieben Kollegen von Bild auf:

gefunden auf der Facebook-Seite von 11 Freunde.

So kann man sich täuschen.

Trotzdem schönes Wochenende!

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