Sarrazins Euro-Debatte interessiert nicht

Publishing Für die Medien war das neue Buch von Thilo Sarrazin Ende Mai das Thema Nummer 1. Das Publikum hingegen hat sich nicht wirklich dafür interessiert. Focus und stern, die beide groß mit Sarrazin aufmachten, blieben mit ihren Ausgaben 2012 klar unter den Normalwerten der jüngeren Vergangenheit. Der Focus erreichte am Kiosk mit einem Vorabdruck nur mit Ach und Krach die 100.000er-Marke, der stern kam mit einer kritischen Würdigung auf den achtschwächsten Einzelverkauf überhaupt.

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"Exklusiv: Sarrazin rechnet mit dem Euro ab – Vorabdruck des neuen Aufreger-Buches" titelte der Focus auf seiner Ausgabe 21/2012. Doch all die Exklusivät regte die potenziellen Focus-Leser nicht wirklich auf. Zwar lief das Heft mit 100.321 Einzelverkäufen in Kiosk, Supermarkt & Co. besser als das der Vorwoche, doch der 12-Monats-Durchschnitt des Focus liegt bei etwa 112.000. Mit dem Titelthema hatte sich die Redaktion sicher ein besseres Ergebnis erhofft. Im Gesamtverkauf inklusive Abos, Bordexemplaren, etc. kamen 542.153 Stück zusammen.

Der stern distanzierte sich auf seiner Ausgabe 21/2012 zwar deutlich von Sarrazin, als Verkaufshilfe nutzte er den umstrittenen Autor dennoch: "Europa brauche den Euro nicht! – Neues Buch, alte Masche: Wie Brandstifter Sarrazin mit schrillen Thesen Millionen macht" schrieb man auf das Cover. Gekauft haben den stern am Kiosk 245.080 Leute – weniger als in den drei Vorwochen und weniger als fast immer in den vergangenen Jahren. Nur sieben stern-Ausgaben liefen im Einzelverkauf seit Start der IVW-Heftauflagenmessung Mitte der 1990er Jahre schwächer. Insgesamt verkaufte sich das Heft 811.985 mal.

Der Spiegel machte zwar nicht mit Sarrazin auf, blieb mit einem Politikthema jedoch ebenfalls unter dem Soll: "Ziemlich beste Feinde" titelte man in Anlehnung an den französischen Kino-Blockbuster "Ziemlich beste Freunde" – und fügte als Unterzeile hinzu "Neid und Niedertracht in der Politik". Auf 276.164 Einzelverkäufe kam das Heft, das ist sogar das siebtschwächste Ergebnis seit Start der Aufzeichnungen. Insgesamt verfehlte das Heft mit 882.250 Verkäufen die 900.000er-Marke.

  

Die kompletten Heftauflagen von Spiegel, stern und Focus können Sie jederzeit mit unserem Cover-Check-Tool recherchieren.

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