Pro Quote kritisiert MM-Titelstory

Publishing Die Replik kommt nicht überraschend: Der Verein Pro Quote, der sich für mehr Frauen in Führungspositionen in Medienunternehmen einsetzt, kritisiert die Titelgeschichte des Manager Magazins. "Die Macht der Medienfrauen" hat der Wirtschaftstitel in seiner Juli-Ausgabe beleuchtet. Untertitel: "Im Verlagswesen stimmt die Quote." Der Beleg: Vier von sechs Großverlagen seien in Frauenhand. Die These, dass die Quote bei den Medien stimme, so Pro Quote-Vorsitzende Annette Bruhns vom Spiegel, werde allerdings "mit keiner einzigen Zahl belegt".

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Die MM-Story nennt als Kronzeuginnen für die Behauptung, deutsche Verlage seien "mehr oder minder feministische Gruppierungen" Bertelsmann-Lenkerin Liz Mohn, Springer-Mehrheitsgesellschafterin Friede Springer, Bauer-Chefin Yvonne Bauer, WAZ-Hauptgesellschafterin Petra Grotkamp und Angelika Jahr, deren Familie Anteile an Gruner+Jahr hält. Ebenfalls zu Wort kommt Maria Furtwängler, Ehefrau von Hubert Burda.
Der Verein Pro Quote moniert, dass das deutsche Verlagswesen mit ca. 7.000 Unternehmen auf die sechs größten Medienkonzerne reduziert werde. Von den über 150.000 Mitarbeitern würden nur die Eigentümer berücksichtigt. Das sei, heißt es bei Pro Quote, doch "seltsam". Der statistisch fragwürdigen Erhebung des Magazins setzt der Verein folgendes entgegen:
"Anteil der Frauen im Bertelsmann-Vorstand: 17 Prozent.
Anteil der Frauen im Vorstand der Axel Springer AG: 0 Prozent.
Frauenquote in der Geschäftsleitung der WAZ Mediengruppe: 0 Prozent.
Und wie sieht beim Manager Magazin aus? Wie viele Frauen sitzen in Verlagsleitung, Geschäftsführung, Chefredaktion? Richtig: keine."
Der Gerechtigkeit halber sei erwähnt, dass der MM-Titel zwar tatsächlich den Eindruck erweckt, die deutschen Verlage seien vorbildlich, was die Frauenförderung angeht. Aber: Im Text wird durchaus darauf verwiesen, dass "männliche Seilschaften" den Aufstieg von Frauen "vielfach blockieren". So zumindest äußerte sich Yvonne Bauer gegenüber MM. Angelika Jahr spricht sich in dem Stück für die Einführung der Frauenquote aus. 

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