“Ich nehme mir doch kein Würmchen vor“

Publishing Alan Posener, 63, ist kein Mann undeutlicher Worte: Konfliktpartner wissen schnell, wofür er steht und mindestens ebenso schnell, wogegen. Im zweiten Teil des Gespräches mit Christopher Lesko erzählt Posener davon, Diekmann, Broder, Jäger und Schirrmacher diese Form von Klarheit zur Verfügung gestellt zu haben. Posener spricht von Dummheiten, Jähzorn und Widerspruchsgeist .Und er beschreibt, warum Joachim Gauck als Bundespräsident ebenso eine Fehlbesetzung ist, wie Günter Grass als Lyriker.

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Ihre Biographie zeichnet einen Mann mit Neigung zum Widerspruch und bilanziert eine ganze Reihe von Konflikten: Sie haben Bild Chef Kai Diekmann mit Dieter Bohlen verglichen, ihm “Wichsvorlagen“ und “Scheinheiligkeit“ vorgeworfen, sie haben sich mit Herrn Jäger von der FAZ öffentlich gestritten. Das Blog “Achse des Guten“ mit Broder und anderen kündigte Ihnen die Kooperation auf. Was genau treibt Sie in diesen Fragen?
Ich bin grundsätzlich ein harmoniesüchtiger und schüchterner  Mensch, der in fast allen Dingen gerne in der zweiten Reihe bleibt und sich selbst zurücknimmt. Das werfe ich mir sogar manchmal vor. Vielleicht tobe ich dies intellektuell aus. Ich tat es weder in der Schule, noch in der Familie oder in der Band. Obwohl ich ein gewalttätiger Sänger bin.  Es ist eine Charaktereigenschaft. Und keine gute. Die Grenze zwischen einem Querdenker und einem Querulanten ist fließend. Mein Vater hatte schon eine gewisse Neigung, sich -besonders mit Autoritäten- anzulegen. Griffe ich jemanden an, der keine Autorität ist, würde ich mich dafür entschuldigen, Ich halte es nur für gerechtfertigt, wenn man einen gewissen Preis dafür zahlt. Die Sache mit Kai Diekmann übrigens war schlicht und einfach eine Dummheit – unbeherrscht und auch unfair. Nicht, dass ich die Bild-Zeitung jetzt gut finde, nur weil  sie im Grunde genommen mein Gehalt zahlt. Da ich einen viel größeren Nacheil davon hatte als Kai Diekmann, würde ich sagen: In der Ökonomie der Sünde ist das weggewischt. Und Kai Diekmann ist als Katholik nicht nachtragend. Ich habe Nachteile in Kauf genommen, Springer hat sehr liberal und fair reagiert. In jedem anderen Verlag hätte es anders ausgehen können. Was mich selbst angeht: Ich habe ja eingangs schon von einem gewissen Jähzorn gesprochen. In der Tat kann Jähzorn gepaart mit Widerspruchsgeist auch zu Dummheiten verleiten. Auch, wenn ich im Laufe der Jahre versuche zu lernen, diese Tendenzen kontrollierter und beruflich gezielt einzusetzen: Der Widerspruchsgeist ist da.
Und Broder?
Na ja, Henryk ist Kollege, und ich bin mit ihm befreundet. Damals war er noch beim Spiegel. Die Sache war die: Ich fand die “Achse des Guten“ gut. Sie war ein Stachel im linksliberalen, publizistischen Mainstream, und ich war froh da mitzumachen. Sehr bald merkte ich, dass dies irgendwie ein eigener Mainstream war.  Egal, wer dort veröffentlichte, alle schrieben das Gleiche. Aspekte, die mir wichtig waren, pro-amerikanische und pro-israelische Haltungen, waren okay. Aber die Tendenzen zur Islamophobie oder auch eine anti-wissenschaftliche Haltung zu Fragen des Klimawandels gefielen mir nicht.
Immerhin sind Trennungen in Konfliktfällen kein Naturgesetz. Am gedachten Optimum gibt es Auseinandersetzung, mögliche Integration und die gemeinsame Suche nach der Weiterentwicklung einer Kooperationsbasis.
Das betrachte ich nicht als die Aufgabe eines Autors. Im Kampf der Meinungen kann es nicht schaden dagegen zu halten.
Sie digitalisieren den Konflikt. Unterhalb der Ebene von Sachargumenten und Rollen reguliert man doch mit seinem Verhalten gleichzeitig die Kooperationsbeziehung. Auch Ihre Art damit umzugehen, führte zum Abbruch.
Die Achse nennt sich ein “Autorennetzwerk“, ich habe es nicht als ein Netzwerk empfunden. Wäre es ein Netzwerk gewesen, hätten sie mich gefragt, bevor sie mich rausgeschmissen haben. Ich bin loyal gegenüber Menschen, die mir gegenüber loyal sind. Ich habe sicher eine scharfe Zunge, aber ich betrachte es nicht als meine Aufgabe, gefährlich zu sein. Und dann, schauen Sie: Ich kann nicht Frank Sinatra singen. Ich kann nur Mick Jagger singen. Ich habe immer noch eine Garagenband mit alten Kumpels, und das rockt richtig. Ich kann “Mustang Sally“ singen, aber ich könnte nie “Yesterday“ singen. So ist es auch hier: Ich bin ein guter Polemiker, kann ganz gut Reportagen oder Satiren schreiben. Und ich riskiere doch immer mehr als die Leute, mit denen ich mich streite. Ich habe Frank Schirrmacher oft angegriffen, nicht nur den armseligen Lorenz Jäger. Der hat selbst unlängst über seine konservative Attitüde geschrieben, es sei eben nur eine Attitüde gewesen. Na gut, dann verdient er auch jeden Schlag, den er bekommen hat. Er litt nicht drunter. Ich nehme mir doch kein Würmchen vor, um es fertig zu machen.
Ein relatives Optimum an Verbindlichkeit liegt bei Ihnen auch nicht in jeder Sekunde des Tages ganz vorne, oder?
Wenn Sie unter Verbindlichkeit……hmmmh. Nein.
Sie schreiben. Wozu?
Gute Frage. Keine Ahnung.
Ich bin froh, dass ich ohne diese Antwort unser Gespräch nicht beenden muss.
Es gibt zwei Elemente. Das eine hat mit meiner Schüchternheit zu tun. Schreiben ist eine Möglichkeit des Dialogs.  Kritisiert man jemanden und hat Glück, kritisiert er zurück und beginnt einen Streit.
“Er“ hat den Streit begonnen?
Na ja….stimmt. Jedenfalls: Es gibt Leserbriefe, Austausch. Deshalb mag ich auch Blogs und neue Medien so. Ich liebe Konversation um der Menschheit große oder kleine Gegenstände. Im öffentlichen Raum. Der zweite Punkt beschreibt, was mir auch am Lehrerdasein gefiel: Die Möglichkeit, sich mit unfassbar vielen Gegenständen relativ tiefschürfend zu beschäftigen. Als ich ein Buch über Shakespeare schrieb, habe ich ein Jahr lang nichts anderes getan, als alle Dramen Shakespeares zu lesen. Das war eines der schönsten Jahre meines Lebens. Ich zehre heute noch davon. Beide Aspekte bedeuten eine unfassbare Privilegierung.
Sie sind seit 2009 im Autorenteam von starke-meinungen.de, einer Plattform, die unter anderem von Michel Friedmann betrieben wird: Als Moderator ein Lehrbeispiel für die Betrachtung von Grenzüberschreitungen.
Wir kennen und schätzen uns. Wir sind Kollegen. Er bedient einige Stereotypen über Juden, wie es Broder auch tut. Bei beiden kann ich nur sagen, was ich auch von mir sage: Die riskieren mehr, als die Leute, die sie angreifen. So lange sie dies tun, genießen sie meinen Respekt. Friedmann ist Anwalt, er könnte es auch ruhiger haben. Er setzt sich dem Hass der Nation und den Witzen über sein Aussehen aus, die Sache mit dem Koks und den Huren wird ihm immer noch um die Ohren gehauen.
Ich kritisiere das nicht. Sehr wohl jedoch seine Betonung eines moralisch einwandfreien Selbstbildes. Minuten später unterbricht er Talk-Gäste bei N24 ohne Ende und kriecht fast in sie hinein, wenn sie sprechen. Er dreht um sich selbst wie ein Bedürftiger. Aggressiv. Und traurig.
Vielleicht haben Sie Recht, und Friedmann ist ein trauriger Mensch. Er, Broder und andere sind Seiltänzer. Ohne Netz und doppelten Boden, und das finde ich gut. Ich respektiere das. Ich kenne  ihn als Talk-Master nicht. Ich habe ihn einmal im Interview mit Ariel Sharon gesehen und habe es verrissen. Er hat mir das nicht übel genommen. Kein Gast wird gezwungen, in seine Talk-Show zu gehen. In die Höhle des Löwen zu gehen und sich darüber zu beschweren, er sei Fleischfresser, ist auch seltsam. Und wenn Sie Friedmanns Narzissmus ansprechen: Journalisten sind alle Narzissten. Nennen Sie mir einen, der es nicht ist. Ich sehe keine Talk-Shows, aber wenn ich eingeladen werde, gehe ich auch hin.
Als politischer Mensch mit lebensgeschichtlichem Bezug zu Autoritäts-Themen: Halten Sie Joachim Gauck für die richtige Wahl in der Rolle des Bundespräsidenten?
Nein! Grundsätzlich glaube ich, dass in der ersten Entscheidung Wulff vs. Gauck die Bewegung pro Gauck eine antipolitische war. Die Idee, jemand, der nicht aus dem Apparat von Politik und Parteien kam, sollte Bundespräsident werden, hatte einen antipolitischen Impuls. Und der ist falsch. Unsere Konstitution sieht nun einmal keinen Ersatz-Monarchen vor, sondern einen Notar. Das gilt über die damalige Entscheidung zwischen Wulff und Gauck hinaus generell.  Ein Bundespräsident sollte Politiker, sollte Teil des Apparates sein.
Köhler -Politiker?
Köhler war kein Politiker, aber immerhin Mann des Apparates, der den Maastricht-Vertrag für Kohl ausgehandelt hat. Dass Gauck keine Ahnung von Politik hat, sehen Sie daran, dass er nach Brüssel geht und in seinem europäischen Überschwang erzählt, die Verfassungsklage gegen den Fiskalpakt habe keine Chance. Das kann ein Bundespräsident nicht sagen! Da überschreitet er seine Kompetenzen. Wenn das Gesetz vom Parlament beschlossen ist, muss er es prüfen, bevor er es unterschreibt. Ob es eine Chance hat, entscheidet nicht er, sondern das Bundesverfassungsgericht. Seine Meinung dazu ist unerheblich, zumindest darf er sie nicht äußern.
Der zweite Sacheinwand ist, dass Gauck mit dem Argument gewählt wurde, der Bundespräsident wirke durch die Rede. Gauck kann zwar reden, aber das Argument ist falsch. Es steht nirgendwo in der Job-Beschreibung, dass ein Bundespräsident Ruckreden zu halten hat.
Nun sind ja Sachaspekte nur ein Teil von Wahrheit. Was ist denn mit Gauck als Person?
Auch hier ein Nein: Das geht los damit,  wie er sich selbst apostrophiert – als “Demokratie-Lehrer“. Was für ein Unsinn!  “Demokratie-Lehrer“ ist ein Widerspruch in sich. Demokratie ist ein Selbsterfahrungsprozess innerhalb von Regeln. “Demokratie-Lehrer“ ist ein Ostbegriff. Die Idee, dass man den Leuten Demokratie beibringen kann ist totalitär. Und zu ihm als Person: Ich halte den Einwand hinsichtlich seines ehelichen Status nicht für banal. Ich finde es vollkommen irre, wenn man überlegt, wie die Unionsparteien noch vor kurzer Zeit auf Schröders und Fischers Verhältnisse eingedroschen haben und diesen Aspekt nun bei einem eigenen Kandidaten für völlig unerheblich halten. Das war schon bei Wulff als geschiedenem Katholiken in der inneren Glaubwürdigkeit ein Problem, Das beweist einmal mehr, dass sich die CDU nicht CDU nennen darf.

Interview in Berlin: Alan Posener (li.) und Christopher Lesko

Die CDU könnte Ihnen mit einem Anflug von Selbstironie den alten Posener-Satz entgegenhalten, auch für Parteien sei Demokratie ein Selbsterfahrungsprozess innerhalb von Regeln: Sie hätten sich seit damals eben weiterentwickelt…
Na gut, dann aber sollen sie das sagen und nicht: Unser Leitbild ist ein christliches Menschen- und Familienbild. Es gibt noch einen weiteren Grund, der persönlich gegen Gauck spricht: Er hat eine wichtige Diskussion rückgängig gemacht, die wir in Deutschland geführt hatten. Es ging um die Einmaligkeit der nationalsozialistischen Diktatur und ihrer Verbrechen. Einmaligkeit bedeutet nicht, dass diese Verbrechen zahlenmäßig alle anderen in den Schatten stellten: Wir wissen ja, dass in China und auch von Stalin mehr Menschen direkt und indirekt ermordet wurden. Sie bezieht sich auf eine bestimmte Form des Inhumanismus im Versuch, ein ganzes Volk auszulöschen. Das hat es so nie gegeben und kann eben nicht relativiert werden durch die Totalitärismus-Theorie oder den Begriff der “zweiten deutschen Diktatur“. Als sei die SED in irgendeiner Weise auf eine gleiche Ebene zu stellen. Gerade osteuropäische Länder haben ihre Verbrechen der ersten, nationalsozialistischen Diktatur, in der sie gerne mitgemacht haben, unter ihrer Opferrolle in der zweiten sowjetischen Diktatur bewusst vergraben, obwohl diese Diktatur nicht ansatzweise die mörderische Intensität des “Generalplans Ost“ hatte. Gauck hat mit seiner Unterschrift unter der Prager Erklärung die “Rot=Braun-Theorie“ legitmiert. Das ist verhängnisvoll für Europa.
Wenn Sie sich relativ unabhängig von den beschriebenen Aspekten nur den Typen anschauen: Was ist Gauck aus Ihrer Sicht denn für eine Persönlichkeit?
Ach, eine interessante. Dass er eitel ist, wird er als Letzter bestreiten. Ich habe vor ein paar Jahren mit ihm abends gegessen: Guter Wein, netter Abend, sehr ordentliche Gespräche. Ich mag ihn. Ich will ihn nur nicht als Bundespräsidenten haben. Er mag in der DDR nicht zur 1. Garde der Widerständler gehört haben, aber das tat Frau Merkel auch nicht. Die Haltung vieler, aus dem bequemen Westen zu urteilen und zu sagen, man gelte nur als Guter, wenn man im Gefängnis gesessen habe – nein! Und den kritischen Äußerungen eines Peter Michael Diestel, der eine falscher Fuffziger ist, aus der Nomenklatur der DDR kam und sich in der Wendezeit an Volksvermögen durch die Biegung von Gesetzen persönlich bereicherte, fehlt jede Glaubwürdigkeit. Ohnehin ein Skandal, dass Diestel unter einem anderen Kirchenmann, Stolpe, in Brandenburg Innenminister werden durfte. Vergleichen Sie Stolpe und Gauck, finden Sie deutliche Unterschiede im Charakter. Gauck ist veränderbar und außerdem umgeben von vielen Leuten, die aufpassen, dass er nichts Falsches sagt. Auch dadurch lernt man: Man ist nicht nur, was man ist, sondern man ist auch, was man sagt.
Was sagt denn der Jude und politische Korrespondent Alan Posener zum Grass-Gedicht?
Es ist wichtig, zwischen der Person und der Ansicht zu unterscheiden. Ob Grass ein Antisemit ist, mögen die entscheiden, die ihn kennen. Zweifellos ist sein Gedicht antisemitisch, weil es Israel unterstellt, was Israels Gegner wollen, nämlich Vernichtung. Das ist eine typische, rassistische Formel.  Die Wahrheit ist: Israel hat die Atombomber nur, um sich selbst zu verteidigen. Unsere Nato-Atombomben finden wir doch auch okay, obwohl uns eigentlich niemand bedroht. Aber Israel? Nein. Das sind schon interessante Doppelstandards. Oder denken Sie doch daran zurück, wie hier die Leute durchdrehten bei der RAF: lachhaft!  Strauß hat damals im Not-Kabinett von Schmidt vorgeschlagen, für jeden Toten, den die RAF auf dem Gewissen habe, solle man einen festgesetzten RAF-Gefangenen erschießen. In israelischen Kabinetts-Protokollen werden Sie derartige Vorschläge nicht finden.  Israel hat noch nie Geiseln erschossen und steht moralisch immer noch hoch über den westlichen, satten Demokratien. Wenn man wie Grass also etwas wiederholt oder belebt, was offenkundig falsch ist, muss man fragen: Woher kommt das? Es kommt bei Grass aus etwas zutiefst Unverarbeitetem, und er hat es im letzten –selten gelesenen- Teil der Blechtrommel selbst geschrieben. In diesem Roman ist ein Moment großer literarischer Wahrheit:  Da heißt es sinngemäß: Die Leute gingen in die Veranstaltungen der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, weil sie sich sagten: Bringen wir es schnell hinter uns.“ Grass selbst hat einen Teil seiner  Geschichte viel zu schnell und unreflektiert hinter sich gebracht. Und: Einem Mann, dem mit letzter Tinte nur noch einfällt, Juden vorzuwerfen, sie wollten andere Völker auslöschen, ist nicht mehr zu helfen.
Finden Sie eigentlich die Intensität der öffentlichen Welle, die das Grass-Gedicht geschoben hat, angemessen? Auf dieses Thema ist doch jeder Moralist trittbrettfahrerartig aufgesprungen.
Der eigentliche Anlass ist nicht, dass Grass ein Gedicht schreibt. Das hat er lebenslang getan, und niemand hat darauf geachtet. Weil sie einfach schlecht sind. Seine Gedichte sind noch schlechter als seine Grafiken. Das Ereignis ist, dass die Süddeutsche Zeitung das groß hinlegt als Teil einer Kampagne. Der Täter ist nicht Grass, sondern die Süddeutsche. Genau wie bei Sarrazin. Auch hier war das Ereignis der gleichzeitige Abdruck im Leitmedium der Linksliberalen, dem Spiegel, und dem der Rechtsliberalen, der Bild Zeitung. Das Buch für sich hätte wahrscheinlich kaum jemanden wirklich interessiert.
Über antisemitische und antisemantische Gedichte hinaus: Grass ist alt, auch Sie sind mit aktuell 63 Jahren kein ganz junger Hüpfer mehr. Ginge es nach Ihnen, wie alt möchten Sie noch werden?
Hohoho: Ich will ewig leben.
Für jemanden, der an das ewige Leben nicht glaubt, könnte dieser bescheidene Anspruch ein wenig mit der Realität kollidieren.
Das ist sehr wahrscheinlich. Na ja, wenn es vorbei ist, ist es vorbei. Ich bliebe gerne in dieser Welt, solange es nur geht. Sie kennen diese Patientenverfügungen: Wenn es ganz schlimm ist, gestatten sie die Geräte abzuschalten. Ich denke immer: wer weiß? Vielleicht finden die ja noch etwas, was helfen kann.
Und auf dem Weg dahin: Gibt es noch einen Posener-Traum, der zu erfüllen wäre?
Ich nehme das Leben, wie es kommt. Ich habe eigentlich nie Träume gehabt.
Das glaube ich nie und nimmer.
Ich habe immer versucht, das zu verwirklichen, was richtig war. Als wir das Häuschen gekauft hatten, konnte ich Innenausbau und Trockenbau selbst bestimmen. Ich habe das zusammen mit den Architekten gemacht, das hat mir großen Spaß gemacht. Wenn ich könnte, würde ich fünf weitere Häuser kaufen und das wieder machen. Häufig, wenn ich als Architektensohn in eine fremde Stadt komme, betrachte ich Häuser und denke: tolle Architektur, das würde ich auch kaufen.
Herzlichen Dank für das Gespräch!

Mehr über den Autor: http://www.leadership-academy.de‚>Hier geht es zum ersten Teil des MEEDIA-Interviews mit Alan Posener. 

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