Tagesschau-App gewinnt Grimme-Award

Publishing Im Rahmen des Medienforum.NRW wurdem am Mittwoch in Köln zum 12. Mal die Grimme Online Awards vergeben. Der Publikumspreis ging in diesem Jahr an die Tagesschau-App, die sich bei den Nutzern gegen 25 Web-Angebote durchsetzen konnte. Insgesamt acht Webseiten sind in diesem Jahr mit dem Grimme Online Award wegen ihrer herausragenden publizistischen Qualität im Netz ausgezeichnet worden. Die Preisträger im Überblick.

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In der wichtigen Kategorie Information zeichnete die Jury zwei Angebote aus, die sich laut Jury-Meinung “engagiert und perspektivenreich” aktuellen Themen zuwenden würden. Das „MiGAZIN“ widme sich den Fragen von Migration und Integration „mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung“, begründet die Jury ihre Entscheidung. Beim Blog „Zukunft Mobilität“ hätte die aktuelle, kritische und problembewusste Beschäftigung mit Verkehrsthemen die Jury bewegt, einen Award zu vergeben. Das Blog sei zugleich eine „lebendige Wissensplattform“.

In der Kategorie “Wissen und Bildung” gab es am Mittwochabend drei Preisträger. Ausgezeichnet wurde das Arte-Web-Special „Amazonien – die Seele der Indios“, das sich in Videos und Texten dem bedrohten Amazonasgebiet widmet. Die Webseite „Lobbypedia“ bekommt eine Grimme Online Award für die Aufbereitung öffentlich zugänglicher Informationen, die die Verknüpfungen zwischen Politik und Wirtschaft transparent machen würde. Laut Jury ergebe das „eine sorgfältige Zusammenstellung des Lobbyismus in Deutschland“. Der dritte Award in dieser Kategorie ging an YouTube-Kanal „MusikTraining“, der die Jury durch die kompetente Aufbereitung vielfältiger Themen, mit denen Musikkenntnisse vermittelt würden, überzeugte.

Ein Grimme Online Award in der Kategorie Kultur und Unterhaltung gibt es für „140 Sekunden“ für die Porträtierung von Menschen, die hinter Twitteraccounts stehen, in 140 Sekunden langen Stücken. Die Jury lobte  die hochwertigen Videos, welche den Tweets “ein persönliches Gesicht” verleihen würden. Als überragend bezeichnete die Jury die Gestaltung der Webseite „berlinfolgen“ von 2470media und taz.de. Bei diesen Porträts von Menschen aus Berlin entstehe durch die Kombination aus erstklassiger Reportagefotografie, O-Tönen und kurzen Filmsequenzen ein außergewöhnliches Mediengenre.

In der Kategorie Spezial gewann „Memory Loops“. Im Rahmen des Tonspuren-Projekts spricht die Künstlerin Michaela Melián Tondokumente aus der Zeit des Nationalsozialismus im Stadtraum von München neu ein. In “ausgereifter Form” entstehe eine intensive Verbindung von medialer Aufbereitung und unmittelbarer Erfahrung, so das Urteil der Jury.

Über den Publikumspreis darf sich die „Tagesschau-App“ freuen, welche die Nutzer aus 26 für den Grimme Online Award nominierten Angeboten auf einer Abstimmplattform bei TV Spielfilm wählen konnten.
Der Direktor des Grimme-Instituts, Uwe Kammann, hob im Rahmen der Preisgala die Qualitätsdichte des Wettbewerbs hervor. Sie belege eindrucksvoll die publizistischen Potenziale des Netzes. "In beeindruckender Weise demonstrieren die Preisträger, welch eine hohe Qualität im Netz möglich ist, und dies bei aller Rasanz, mit der sich die Netzwelt entwickelt, immer weiter verzweigt und dabei ständig neue Räume erschließt“. 

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