Spiegel, stern und Internet große LAE-Sieger

Publishing Gute Nachrichten für einige Print-Medien und für alle Online-Medien: Die Leseranalyse Entscheidungsträger in Wirtschaft und Verwaltung (LAE), die erstmals nur ein Jahr nach der vorigen Ausgabe erschienen ist, hat viele Aufsteiger hervor gebracht. So gewannen bei den Zeitungen und Zeitschriften vor allem Der Spiegel, der stern und die Süddeutsche Zeitung hinzu, im Internet legten alle 21 ausgewiesenen Angebote zu. Erstmals weist die LAE auch App-Nutzer aus: Der Spiegel ist hier die Nummer 1.

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Beginnen wir bei unserem Blick auf die LAE-2012-Zahlen in der Print-Branche. Immerhin vier der neun Tages- und Wochenzeitungen gewannen hier Leser hinzu: Die Süddeutsche Zeitung, die Welt, die VDI nachrichten und die Welt am Sonntag. Für die SZ, die Welt und die VDI nachrichten sind die erreichten Werte zudem neue LAE-Rekordzahlen. Drastisch verloren hat hingegen das Handelsblatt: 14,4% weniger Entscheider greifen der Analyse zufolge täglich zu der Zeitung – ein Minus von 44.000 Lesern. 2009 war das Handelsblatt noch die Nummer 1 der Tageszeitungen, nun ist es auch noch hinter die F.A.Z. auf Rang 3 gerutscht. F.A.Z. und F.A.S. können sich dennoch nicht wirklich freuen – auch sie gehören zu den Verlierern. Nummer 1 der Wochenzeitungen bleibt knapp Die Zeit.

Zur Erinnerung: Zur Grundgesamtheit der LAE (2,688 Mio. Menschen) zählen Selbständige mit Betrieben ab 6 Beschäftigten (503.000), Freiberuflich Tätige mit Arbeitgeberfunktion ab 1 Beschäftigten (464.000), Angestellte "mit selbständiger Leistung in verantwortlicher Tätigkeit oder mit begrenzter Verantwortung für andere" oder Angestellte "mit umfassenden Führungsaufgaben und Entscheidungsbefugnissen", sowie einem Monatsnettoeinkommen von 2.900 Euro und mehr (1,514 Mio.), sowie Höhere Beamte ab Besoldungsgruppe A14 (207.000). Diese Entscheider sind für einige Medien und deren Vermarkter eine besonders attraktive Zielgruppe.

Bei den wöchentlichen Zeitschriften gewannen die beiden Klassiker Spiegel und stern deutlich hinzu: Um 34.000 bzw. 44.000 Leser steigerten sich die beiden in der Entscheider-Zielgruppe. Nach unten ging es hingegen für den Focus, der hier 2007 noch die Nummer 1 vor dem Spiegel war und nun beinahe noch hinter den stern zurück gefallen ist. Die Wirtschaftswoche ist der zweite Verlierer unter den Wochentiteln.

Eine Wachablösung gab es bei den monatlichen Zeitschriften: Das manager magazin hat dank eines geringeren Verlustes Capital überholt. Dort gingen deutliche 43.000 Leser, bzw. 16,4% verloren. Zusammen mit den 17,4% von Impulse ist Capital damit der größte prozentuale Verlierer unter allen Printmedien. Neu ist der Platz an der Sonne für das manager magazin aber nicht: 2007 war es zuletzt die Nummer 1, 2009 und 2011 hatte Capital geführt. Gewinner gibt es bei den Monatsmagazinen ebenfalls: Brand eins ist mit einem Plus von 7.000 Lesern pro Ausgabe (+8,9%) der größte unter ihnen.

Sehr sehr positiv sehen unterdessen die Zahlen der 21 Online-Angebote aus, die sich von der LAE ausweisen lassen: Keine einzige Website verlor hier Nutzer. Eine Einschränkung muss an dieser Stelle allerdings gemacht werden: Im vergangenen Jahr trennte die LAE noch die Nutzer einer Website nach stationärem und mobilem Internet – diese Trennung ist nun aufgehoben, die Vergleichszahlen beziehen sich aber nur auf das stationäre Internet. Doch selbst wenn man die stationären und mobilen Nutzerzahlen aus 2011 addieren würde – was angesichts von zahlreichen Doppelnutzern nicht seriös wäre – gäbe es fast nur Gewinner.

Am deutlichsten nach oben ging es in der Online-Kategorie prozentual gesehen für welt.de, wirtschaftswoche.de, handwerk-magazin.de und zeit.de. Sie alle gewannen jeweils mehr als 60% hinzu, welt.de sogar mehr als 70%. Nach absoluten Zahlen liegen die Großen der Branche vorn: Spiegel.de gewann 326.000 Nutzer hinzu und baut den Vorsprung auf den Zweiten Focus.de aus, der mit 286.000 auch der zweitgrößte Aufsteiger ist. Welt.de und FAZ.net legten ebenfalls um mehr als 200.000 Nutzer pro Monat zu. Am geringsten nach oben ging es hier für FTD.de, boerse-online.de, creditreform.de und handelsblatt.com, die allesamt unter der 20%-Plus-Marke blieben. Für das Handelsblatt, das schon zu den großen Print-Verlierern gehört, keine guten Nachrichten.

Erstmals weist die LAE auch die Nutzer von Smartphone-, bzw. Tablet-PC-Apps aus. Da hier logischerweise keine Vorjahres-Vergleichswerte vorliegen, sind tiefer gehende Analysen schwierig. Der Blick auf die beiden Rankings zeigt auf den ersten sechs Plätzen aber ein identisches Bild: Der Spiegel führt jeweils souverän vor Focus, stern, Süddeutsche Zeitung, Welt und F.A.Z. Vergleichen mit den Print-Werten sind die Zahlen dabei durchaus schon eindrucksvoll und zeigen, wie viele der Entscheider insbesondere Smartphones nutzen.

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