ARD: verheerendes Zeugnis für Jauch-Talk

Fernsehen Ein vernichtendes Urteil fällt der ARD-Programmbeirat bei seiner Bewertung der fünf Talkshows im Ersten. Wie das Nachrichtenmagazin Spiegel berichtet, fordere das Kontrollgremium in einem internen Papier die "Reduzierung der Talkangebote". Vorgeworfen werde den Gesprächsrunden "Themendoppelungen und -verschleiß" sowie "Gästedoppelungen- und verschleiß". Kurz: "Zu viel vom Selben." Besonders hart ins Gericht gehe der Beirat mit Star-Talker Günter Jauch, dem "Stimmungsmache" attestiert werde.

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In dem Papier heißt es laut Spiegel wörtlich: "In den Sendungen tauchten zunehmend wieder die altbekannten Talkshowgäste auf, die bereits seit mehreren Jahren in den Runden sitzen." 38 Personen seien im Zeitraum von September bis April mindestens dreimal zu Gast in den ARD-Talks gewesen. 14 Gäste mindestens viermal. Serienbesucher sind danach Ursula von der Leyen, Karl Lauterbach, Hans-Ulrich Jörges, Sahra Wagenknecht und Gertrud Höhler, die bei Talk-Sendungen fünfmal zu Gast gewesen wären. Spitzenreiter sei Heiner Geißler mit sechs Auftritten.
Ebenfalls kritisiert worden sei, dass rund 40 Prozent der Talkgäste Politiker und Journalisten gewesen seien und der Anteil der unter 40-Jährigen lediglich bei zehn Prozent liege. Der Beirat fordere von den Redaktionen "aktiv nach neuen Gesichtern zu suchen, nach Querdenkern" und jüngeren  Gästen.
Der Spiegel zitiert auch Kritik an den fünf ARD-Gastgebern. Bei Anne Will etwa gebe es "immer wieder Sendungen mit wenig Erkenntnisgewinn." Sandra Maischberger "sollte bei der Auswahl skurriler Gäste darauf achten, keine öffentlich-recht lichen Grenzen zu überschreiten." "Hart aber fair" mit Frank Plasberg sei zu "soft" geworden und habe "mit dem Motto, wenn Politik auf Wirklichkeit trifft, nicht mehr immer etwas zu tun".
Das übelste Zeugnis bekommt Star-Talker Günther Jauch. In der internen Analyse, die der Spiegel zitiert, heißt es: "Herr Jauch ist der einzige Moderator, dessen Gesprächsführung der Beirat deutlich kritisieren muss." Der Moderator betreibe "Stimmungsmache", seine Einspieler mit Passantenbefragungen "gaukeln eine vermeintliche Realität vor." In seinen Fragen nehme er meistens schon die "Antworten vorweg". Er hake selten nach und setze sich über die Antworten seiner Gäste hinweg. Zudem gehe er einer "nicht genehmen Gesprächsentwicklung" aus dem Weg und diskutiere selten "ergebnisoffen".
Der ARD-Programmbeirat setzt sich aus je einem Mitglied des Rundfunkrats der insgesamt neun Landesrundfunkanstalten zusammen und wacht über die Qualität des Gemeinschaftsprogramms.

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