UEFA trickst bei Löws Balljungen-Szene

Fernsehen Nicht alles, was wir auf dem TV-Schirm sehen, geschah auch tatsächlich so, wie es in der Fernseh-Realität abläuft. Diese Binsenweisheit in Sachen TV-Kompetenz bewahrheitet sich immer wieder. Jüngstes Beispiel dafür ist der Ausschnitt aus der Partie Deutschland gegen Holland, als Jogi Löw in der 22. Minute, in bester Lausbubenmanier, dem Balljungen die Pille wegschlägt. Die Szene, die mittlerweile um die Welt geht, fand aber tatsächlich vor dem Match statt. Die UEFA schnitt sie später einfach in die Live-Übertragung.

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Ein Verdacht, dass mit der Szene nicht alles stimmt, konnte die aufmerksamen TV-Zuschauer bereits kurz nach dem Spiel beschleichen. Denn in dem obligatorischen Interview mit dem Bundestrainer sprach ZDF-Reporter Michael Steinbrecher Löw auf das Foppen des Balljungen an. Der Coach reagiert verwundert und desinteressiert und sagte, dass die Aktion wohl irgendwann vor dem Spiel gewesen sein muss. Steinbrecher korrigierte noch: "Nee, nee, da stand es 0:0."


Der Clip wurde bei YouTube schon über 735.000 mal angesehen

Steinbrecher korrigierte Löw, aber der DFB-Trainer ging nicht weiter darauf ein. Stern.de tat dies aber und fragte bei der UEFA, die die TV-Bilder zentral für alle übertragenden Fernsehsender produziert, nach. Die Antwort:
"Diese Szene fand circa 15 bis 20 Minuten vor dem Spiel statt", so die UEFA. "Offensichtlich wurde es von der TV-Produktion erst während des Spiels gezeigt." 
Diese Szene zeigt, dass selbst vermeintliche Liveübertragungen von Fußballspielen nicht immer die Realität oder nur einen Ausschnitt der Realität transportieren. Ein weiteres Beispiel sind die Bengalischen Feuer auf den Rängen bei der letzten EM in Österreich und der Schweiz, die einfach komplett von der TV-Regie ignoriert wurden, um den positiven Gesamteindruck nicht zu trüben.

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