Weitere interne Watsche für die ARD-Talks

Fernsehen Erneut wurden die Talkshows in der ARD kritisiert, diesmal vom Programmausschuss des NDR. Pikant: Der NDR ist selbst für drei der fünf Talkformate verantwortlich: “Günther Jauch”, “Anne Will” und “Beckmann”. In einem Papier des Programmausschusses für eine NDR-Rundfunkratsitzung wurden scharfe Worte gefunden: Zu viele Dauergäste, zu belanglose Themen, zu unpolitisch, zu viele Shows. Auch der WDR Rundfunkrat hatte bereits die ARD-Talks massiv kritisiert.

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Stichwort Gästeauswahl. Hierzu schreibt der NDR-Programmausschuss: “Der Programmausschuss plädiert nachdrücklich dafür, nicht nur ‘prominente’ Gäste einzuladen oder solche, deren ‘Unterhaltungswert’ sicher ist, sondern auch Gäste, die über Fachwissen verfügen und Interessantes zum Thema selbst beitragen können.” Die gemeinsame Gästedatenbank, mit der eigentlich sichergestellt werden sollte, dass sich Talk-Gäste nicht doppeln, habe ihren Zweck “nicht in ausreichendem Maß erfüllt”, heißt es weiter. Nach wie vor seien zu wenige junge Gäste, zu wenig Frauen und zu wenig Gäste mit Fachkompetenz in den Talkshows.

Stichwort Themen. Alle fünf ARD-Talks seien unpolitischer geworden, konstatiert das Papier des NDR-Programmausschusses. Wirtschaftspolitische Themen würden fehlen, ebenso unterschiedliche Themen zur Sozial- und Energiepolitik, zu neuen politischen Bewegungen und internationaler Politik. Außenpolitische Themen, wie etwa der Syrien-Konflikt würden ebenso fehlen. Stattdessen komme es zu Themen-Dopplungen (Beispiel: Essen, Gesundheit), die nicht notwendig seien.

Kritisch angemerkt wird außerdem, dass zahlreiche Talkshows von externen Firmen produziert werden, an denen meist die Moderatoren beteiligt sind. Zitat: “Auch muss man kritisch danach fragen, ob es sinnvoll Ist, die Produktion von Talksendungen externen Gesellschaften zu überlassen, statt sie ARD-intern zu produzieren und damit auf die eigenen Kompetenzen und Fachredaktionen zurückzugreifen.” Außerdem müsse die Anzahl der Talkshows pro Woche immer wieder überdacht werden.

In ein ähnliches Horn stieß im April bereits der WDR-Rundfunkrat. Der WDR ist für die übrigen beiden ARD-Talks “Menschen bei Maischberger” und “Hart aber fair” verantwortlich. Der WDR-Rundfunkrat empfahl “dringend”, "diese Form der Talkleiste nicht fortzuführen”. Die angeführten Gründe waren im wesentlichen die gleichen, wie jetzt beim NDR: Zu viele Themen- und Gäste-Überschneidungen. Zu wenig eigenständiges Profil der Sendungen.
Bild.de hat das Papier des NDR-Programmausschusses im Wortlaut veröffentlicht.

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