Maps: Apples Revanche an Google

Die Kriegserklärung vom Krankenbett ist legendär: Den thermonuklearen Krieg versprach der visionäre Apple-Gründer Steve Jobs der Internet-Suchmaschine Google, von der er sich durch Android betrogen fühlte. Die Quittung kommt nun verspätet: Google Maps, einer der beliebtesten Dienste des Internet-Riesen, dürfte in der nächsten Generation von Apples mobilem Betriebssystem iOS fehlen – und durch ein eigenes Angebot ersetzt werden. Ausgerechnet Google-Rivale Facebook bekommt dagegen wohl eine tiefere Integration.

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Die Kriegserklärung vom Krankenbett ist legendär: Den thermonuklearen Krieg versprach der visionäre Apple-Gründer Steve Jobs der Internet-Suchmaschine Google, von der er sich durch Android betrogen fühlte. Die Quittung kommt nun verspätet: Google Maps, einer der beliebtesten Dienste des Internet-Riesen, dürfte in der nächsten Generation von Apples mobilem Betriebssystem iOS fehlen – und durch ein eigenes Angebot ersetzt werden. Ausgerechnet Google-Rivale Facebook bekommt dagegen wohl eine tiefere Integration.
Ist es die späte Rache von Steve Jobs? Die Abneigung des Apple-Gründers gegen den Internet-Rivalen ist legendär: „Ich werde Android zerstören, denn es ist ein gestohlenes Produkt. Ich bin bereit, dafür in einen Nuklearkrieg dafür zu ziehen“, diktierte Steve Jobs Biograph Walter Isaacson in den letzten Monaten seines Lebens, in dem Jobs der Legende nach noch an der sechsten iPhone-Generation gearbeitet haben soll.
Das mobile Betriebssystem dafür – iOS6 – wird in der kommenden Woche erstmals auf der Entwicklerkonferenz WWDC vorgestellt. Wohl nicht mehr dabei ist eine der beliebtesten Apps, die seit der ersten Generation von Apples Kultsmartphone vorinstalliert war: Google Maps. Nach zahlreichen Gerüchten und einem Bericht des Wall Street Journals wird Apple Googles Kartendienst nun durch ein eigenes Angebot ersetzen.
Geo-Team bereits 2009 unter Steve Jobs gegründet
Wie das Murdoch-Blatt berichtet, habe Apple unter Steve Jobs seit Jahren an einem eigenen Dienst gearbeitet – mit den Übernahmen von Placebase und Poly9 habe der iPhone-Hersteller systematisch „ein Geo-Team“ aufgebaut, das auf der WWDC nun ein 3D-basiertes Kartenangebot vorstellen wird, das mit anderen Apple-Diensten wie Bildern, Kalender-Einträgen und Kontakten automatisch verknüpft sei.
Ganz gleich wie gut Apples eigener Dienst, der iMaps heißen könnte, tatsächlich sein wird – die Aussicht, „später in diesem Jahr“ (WSJ) aus iOS verbannt zu werden, ist für den Internetriesen alles andere als eine gute Nachricht. Zum einen sind da über 200 Millionen Nutzer von iOS-Geräten, die über Nacht verloren gehen, zum anderen geht es um Werbeeinnahmen, die damit wegfallen.
Google Maps-Rausschmiss und Facebook-Integration?
Denn obwohl ein kostenloses Angebot, verdient der wertvollste Internetkonzern der Welt auch mit Google Maps gutes Geld durch Anzeigen. Nach WSJ-Angaben glaubt Apple sein Angebot mit einem eigenen Kartendienst, der sich von Google Maps abhebt, sogar aufwerten zu können. Um Apple die Show zu stehlen, hat der Internetriese unterdessen eilig vor der WWDC eine Pressekonferenz einberufen – schon heute soll eine Weiterentwicklung von Googles beliebtem Kartendienst präsentiert werden.
Doch selbst wenn Google der Coup gelingt – noch ein anderer Programmpunkt dürfte dem Suchgiganten auf der WWDC am Montag weh tun. Gerüchten zufolge soll Facebook wie im Vorjahr schon Twitter eine tiefere Integration in Apples mobiles Betriebssystem iOS bekommen. In anderen Worten: Facebook und Apple rücken enger zusammen – Google wird das gar nicht gefallen. Doch überraschend kann der Konter aus Cuptertino kaum kommen: Die Fehde mit Apple läuft schließlich schon länger.

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