Ex-Piratensprecher mit Lan-Kabel verprügelt?

Publishing Chaos bei den Piraten: Am vergangenen Freitag schmiss Christopher Lang seinen ehrenamtlichen Job als Pressesprecher der Piraten Partei. Heute erhebt er nun in der FAZ schwere Mobbing-Vorwürfe gegen seine Partei. So soll er nicht nur beschimpft, sondern auch von einem Abgeordneten der Berliner Fraktion mit einem Lan-Kabel geschlagen worden sein. Der Betreffende Politiker bezeichnete die Vorwürfe allerdings als „totalen Blödsinn“.

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‚Tatsächlich verstärkt sich immer mehr der Eindruck, als ob es im Verhältnis zwischen Presseteam der Partei und dem neuen Vorstand drunter und drüber geht.
Am Freitag hatte Lang seine Demission noch damit begründet, dass er für den Moment müde, ausgepowert und erschöpft sei. "Ich kann nicht mehr“. Das Problem ist, dass sich die ehrenamtliche Arbeit neben einen „normalen Job, einem angemessenen Familienleben und einer grundlegenden gesellschaftlichen Teilhabe" kaum schaffen lässt. Seine Empfehlung an die Partei: "Wir brauchen mehr bezahltes und im selben Zuge fachlich qualifiziertes Personal um diese stetig steigenden Anforderungen abzudecken“.

Zusammen mit Lang trat auch dessen Stellvertreter Aleks Lessmann zurück. Der Vize äußerte sich bereits kritischer: So schrieb er: "Criss hat die Arbeit mit Professionalität und konstruktivem Verhalten geprägt. Dieser immens wichtige Teil der Pressearbeit fällt jetzt weg". Zudem sei die Arbeit "mit dem noch vorhandenen Personal nicht mehr machbar."

Die Situation in der Kommunikationsabteilung hatte sich offenbar von dem Moment an verschlechtert, als Gefion Thürmer den Vorstand verlassen habe. Die ehemalige Beisitzerin hatte offenbar die Pressearbeit maßgeblich geprägt.

Kurz nach seinem Ausstieg beklagte Lang, dass ihm der neu gewählte Bundesvorstand ohne Angabe von Gründen das Vertrauen entzogen habe. „Wir können nicht anderen Parteien vorwerfen bürgerfern zu sein, Machtspielchen oder Grabenkämpfe zu spielen, zu mobben uvm. Wir müssen diesen Anspruch auch an uns selbst richten und mit gutem Beispiel voran gehen. Wie sollen wir sonst beweisen, dass eine andere Art der Politik möglich ist?“

Auch Thürmer lässt an den neuen Piraten-Kapitänen und ihrem Verhältnis zum Presseteam kein gutes Haar. So soll der neue Vorstand „aktiv destruktiv“ in die Arbeit der Parteisperecher eingriffen haben. „Das Team wurde auf der eigenen Mailingliste angepampt, wo Motivation benötigt worden wäre.“

Ein Team von Öffentlichkeitsarbeitern, die sich öffentlich streitet, ist in der Kommunikationsbrache ein recht einmaliger Vorgang.

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