Vorkötter und das Döpfner-Interview

Publishing Am Freitag meldet DuMont Schauberg Vollzug: Uwe Vorkötter, gab seine Ämter als Chefredakteur der Berliner Zeitung und der Frankfurter Rundschau ab. Konkrete Gründe für seinen Wechsel in eine Beraterfunktion für den Verlagsvorstand in Köln, nannte er nicht. Dafür aber der Spiegel und die SZ. Übereinstimmend berichteten sie, dass ihm offenbar ein Interview mit Springer-Chef Mathias Döpfner zum Verhängnis wurde. Mit dem Gespräch soll er den Patriarchen Alfred Neven DuMont nachhaltig verärgert haben.

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Der 85-Jährige soll seit der Bild-Berichterstattung über den Zwist mit seinen Sohn Konstantin Neven DuMont, schlecht auf Springer zu sprechen sein. Die Kölner Regionalausgabe der Boulevard-Zeitung hatte fast täglich über den Familien-Streit innerhalb der Verleger-Dynastie berichtet.
Zudem nahm es Alfred Neven DuMont den Berlinern – laut Spiegel – sehr übel, dass weder die Bild Hamburg noch das Hamburger Abendblatt über eine Lesereise von ihm in die Hansestadt berichtet hatten. Lediglich die Welt hatte eine Meldung gebracht.
Sein Groll soll erst ein wenig besänftigt worden sein, als sich Döpfner für einen Text von Alfred Neven DuMont zum 100. Geburtstag von Axel Springer in der Berliner Zeitung bedankt hatte. Trotzdem soll Vorkötter, nach seinem Interview mit dem Vorstandschef der Axel Springer AG, keinen draht mehr zum Kölner Patriarchen gefunden haben.
Das Gespräch war im Magazin der Frankfurter Rundschau unter der Überschrift "Mein Leben ist voller Widersprüche" veröffentlicht worden.
Was der Spiegel in seiner Story verschweigt, ist die Information, dass Alfred Neven DuMont offenbar versucht hatte, den Spiegel-Reporter Alexander Osang als neuen Chefredakteur für die Berliner Zeitung zu verpflichten. Osang hatte zuvor ein Portrait ("Der letzte Zar") über den Alt-Verleger geschrieben, dass dem 85-Jährigen sehr gut gefallen hat. Dieser Plan scheiterte offenbar.
Jetzt hat Brigitte Fehrle die Hauptstadtzeitung übernommen. Wer künftig in Frankfurt Blattmachen soll, ist noch unklar. Der oder die Neue sollten jedoch auf jeden Fall aufpassen, wenn er oder sie mit dem Vorstandsvorsitzenden der Springer-AG ein Interview machen wollen.

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