Rent-a-Promi: Cannes-Interviews gegen Geld

Fernsehen Zwischen Medien und Produktionsfirmen gibt es eine Verbeinbarung: Du bekommst von uns ein Interview mit einem Promi, dafür machst du unseren Film bekannter - kostenlos. Doch im Rahmen des Filmfestivals in Cannes scheinen erneut Produktionsfirmen Geld für Interviews mit Prominenten zu verlangen. Alliance Films, in Cannes mit Brad Pitt und Kristen Stewart und den Filmen “Killing them softly” und “On the road” vertreten, war sogar so frei, vorab Preislisten an Filmjournalisten zu verschicken.

Werbeanzeige

Money talks – im wahrsten Sinne des Wortes. So verlangt die Torontoer Filmschmiede 3232 Dollar für ein Interview mit Brad Pitt. Als wäre das schon nicht horrend genug, steht der Schauspieler nicht für Einzelinterviews zur Verfügung, sondern steht nur zusammen mit einem seiner Filmpartner Rede und Antwort. Ein Vieraugen-Gespräch mit Kirsten Stewart ist schon für 1293 Dollar zu haben.

Der Branchendienst Deadline zitiert einen Insider, der hinter den bezahlten Interviews einen Versuch sieht, die hohen PR-Kosten für Cannes wieder reinzuholen. Für Produktionsfirmen geht es beim Filmfestival vor allem um das Renomee. Die Filme selbst kommen so oder so ins Kino.
Deswegen, so die Erklärung der Produktionsfirma, wolle man sich nicht an den Kosten für die Pressetour in Cannes beteiligen. Ergo müssten Stars selbst für Make-up, Outfit und Ähnliches aufkommen. Anders sähe es aus, wenn die Streifen in die amerikanischen und kanadischen Kinos kommen. Dann würde man auch für die PR-Kosten aufkommen.

Es ist eine fragwürdige Entwicklung. Denn letzten Endes zahlt die Presse doppelt: für das Interview und den Raum, den sie Stars und ihren Film in ihren Publikationen bietet. Bislang scheinen sich Medienhäuser noch gegen dieses Vorgehen auszusprechen.
Dennoch ist es nicht das erste Mal, dass Produzenten aus Interview mit Prominenten in Cannes Kapital schlagen wollen. 2007 soll das Team von Produzent Harvey Weinstein 1500 Dollar pro Interviewplatz mit Quentin Tarantino für “Death Proof” verlangt haben.

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige