Islamisten-Mordaufruf gegen TV-Redakteure

Fernsehen Mit Empörung hat der Deutsche Journalisten-Verband auf den im Internet kursierenden Mordaufruf eines Islamisten reagiert. Darin wird unter anderem dazu aufgerufen, Redakteure eines Fernsehsenders zu ermorden, die Demonstranten der rechtsextremen Vereinigung Pro NRW mit Mohammed-Karikaturen gezeigt hätten. Urheber des via YouTube und auf zahlreichen Websites verbreiteten Videos ist ein mit internationalem Haftbefehl gesuchter Deutsch-Marokkaner.

Werbeanzeige

Sein Name: Yassin Chouka. Der 27-Jährige ist in Bonn aufgewachsen und hat sich vor einigen Jahren zusammen mit seinem Bruder Mounir offenbar ins pakistanisch-afghanische Grenzgebiet abgesetzt und sich dort der radikalen Islamischen Bewegung Usbekistans (IBU) angeschlossen. Immer wieder meldet er sich mit Video- oder Audio-Botschaften – meist unter dem Namen Abu Ibrahim al-Almani – zu Wort.
Seinen aktuellen Aufruf zur Gewalt gegen deutsche Journalisten begründet Chouka damit, dass die TV-Reporter bei einem Bericht über eine Demonstration der rechten Szene auch Teilnehmer gezeigt hätten, die Mohammed-Karikaturen hochhielten. An "diesem Verbrechen", heißt es im Video, "haben auch die deutschen Medien mitgewirkt". Weiter sagt Chouka in Bezug auf die Reporter wörtlich: "Lauert ihnen auf, tötet sie und verpasst ihnen eine Lehre, die sie nie vergessen!" Zugleich ruft der 27-Jährige zur Ermordung von Mitgliedern der rechtsextremen Partei Pro NRW. Wie es in der rund sieben Minuten langen Audio-Botschaft zudem heißt, sollen die potenziellen Opfer ausgeforscht werden, "und dann schlagt zu" – am besten "in der Dunkelheit oder im Schutz des Morgengrauens".
"Unvoreingenommene und kritische Berichterstattung ist die Aufgabe von Journalistinnen und Journalisten", erklärte dazu der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken. "Dazu gehört auch die Berichterstattung über Demonstrationen." Es sei völlig inakzeptabel, dass Journalisten ins Visier von Fanatikern gerieten.
Der DJV-Vorsitzende forderte die Sicherheitsbehörden zu umfangreichen und zügigen Ermittlungen gegen die Urheber des Mordaufrufs auf. "Es muss klar sein, dass Hasspamphlete keinen Platz in der demokratischen Gesellschaft haben." Er erwarte, dass die ins Visier geratenen Journalisten und ihre Angehörigen von den Behörden größtmöglichen Schutz erhielten.
Auch wenn bislang kein Fall bekannt geworden ist, in dem ein Aufruf Choukas an "die lieben Geschwister in Deutschland" tatsächlich zu Gewalttaten geführt hat, so erklärte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Innenministeriums: "Wir nehmen die Drohung ernst." Der Generalbundesanwalt hat die Ermittlungen übernommen.

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige