Facebook-Aktie hält Ausgabekurs nur knapp

Ernüchterung statt Euphorie: Facebook konnte die turmhohen Erwartungen, die in den Börsengang des weltgrößten Social Networks gesteckt wurden, nicht ansatzweise erfüllen. Statt einer Kursverdopplung, die erste Indikationen an der Frankfurter Börse suggeriert hatten, kämpfte die Facebook-Aktie am Ende darum, den Ausgabekurs von 38 Dollar zu halten - was nur mit größter Mühe gelang. Am Ende blieb ein kümmerliches Plus von wenigen Cents. Die Enttäuschung kam mit Ansage: Die Aktie ist maßlos überteuert.

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Ernüchterung statt Euphorie: Facebook konnte die turmhohen Erwartungen, die in den Börsengang des weltgrößten Social Networks gesteckt wurden, nicht ansatzweise erfüllen. Statt einer Kursverdopplung, die erste Indikationen an der Frankfurter Börse suggeriert hatten, kämpfte die Facebook-Aktie am Ende darum, den Ausgabekurs von 38 Dollar zu halten – was nur mit größter Mühe gelang. Am Ende blieb ein kümmerliches Plus von wenigen Cents. Die Enttäuschung kam mit Ansage: Die Aktie ist maßlos überteuert. 
Man hat sich einiges ausgemalt für diesen 18. Mai, jenen Tag, an dem Internet-Geschichte geschrieben werden würde – aber das? Nichts war’s mit den opulenten Kursgewinnen, mit denen zuvor fest gerechnet wurde. Die Vorbilder waren schließlich da: Wenn Groupon um 55 Prozent zulegen würde und es Linkedin auf eine Kursexplosion von 100 Prozent brachte – sollten dann nicht wenigstens zweistellige Kurszuwächse bei Facebook drin sein?
Im Vorfeld kursierten schließlich bereits stolze Summen: "Am ersten Handelstag springt das Papier auf 60 Dollar", war sich etwa Sam Hamadeh, CEO von US-Marktforscher Privco, sicher. Erste Indikationen schienen noch mehr zu versprechen: An der Frankfurter Börse wurden im Vorfeld des IPOs bereits Kauforders von umgerechnet 74 Dollar gesichtet – was einer Kursverdopplung entsprochen hätte.  
Facebook-Aktionäre machen ganze 23 Cent Gewinn
Die Realität sah denn doch ganz anders aus: Zunächst einmal zögerte sich die Erstnotiz der Facebook-Aktie nach offenkundigen Platzierungsproblemen der unzähligen Orders an der Technologiebörse Nasdaq immer weiter hinaus. Als dann um 17.30 Uhr deutscher Zeit der erste Kurs aufleuchtete, war die Ernüchterung groß: Nur 42,05 Dollar? Da hatten sich Zeichner sicher größere Gewinne am ersten Handelstag erhofft.  
Am Ende schmolzen sie dann sogar fast gänzlich zusammen: Die Facebook-Aktie schloss bei 38,23 Dollar ganze 23 Cent über dem Ausgabekurs. Dass es dazu überhaupt noch kam, dürfte das Social Network der gängigen Praxis der sogenannten Kurspflege der konsortialführenden Banken am ersten Handelstag zu verdanken haben. 
Schwaches Facebook-Debüt reißt Internetaktien in die Tiefe
Kurz vor Handelsschluss dippte die Facebook-Aktie immer wieder exakt auf die 38,00-Dollarmarke, die magisch zu halten schien. Der Business Insider hat das Phänomen dokumentiert: Massivste Kauforders der konsortialführenden Banken stützten den Facebook-Kurs – und verhinderten mit ihrer Schützenhilfe das totale Debakel von Verlusten am ersten Handelstag. 
Auch wenn sich Facebook mit Emissionserlösen von 18,4 Milliarden Dollar über den größten Internet-Börsengang aller Zeiten freuen kann, ist das Marktdebüt in dieser Form fraglos eine Enttäuschung, die auch auf andere Internet-Werte abfärbte. Vor allem Social Media-Aktien wie Zynga, LinkedIn oder Groupon, aber selbst Google wurde durch Facebooks enttäuschendes Debüt förmlich in die Tiefe gerissen. Nach dem Hype kommt eben die Ernüchterung. 

"Der meist gehypte, überstrapazierte Börsengang in der Geschichte endet in einer Riesenenttäuschung", fasst der Vermögensverwalter Scott Redler Facebooks ersten Tag an der Wall Street zusammen. Eine Überraschung kann die schwache Performance der Anteilsscheine von Facebook bei genauer Betrachtung der Fundamentaldaten nicht sein: Wie im Vorfeld analysiert, ist das Papier extrem hoch bewertet.

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