Dapd fiel auf gefaktes Gauck-Blog herein

Publishing “Versprechen kann ich nichts, um der geltenden Gesetze wegen.” Mit dieser saloppen Formulierung beantwortete der vermeintliche Bundespräsident Joachim Gauck auf Präsidialamt.com die Bitte eines Unterstützters für eine Online-Petition für die Vereinigung der vor Jahren abgeschobenen Salame mit ihrer Familie in Deutschland. Unterschrieben mit “Herzlichst Ihr JGauck”. Das Blog ist offenkundig ein Fake. Dennoch fiel die dapd auf die Ente herein. Einige Medien übernahmen die vermeintliche News.

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So schreibt die Agentur unter dem Titel “Gauck schaltet sich in Fall Salame ein:  “In den Fall der vor sieben Jahren vom Landkreis Hildesheim in die Türkei abgeschobenen Kurdin Gazale Salame hat sich jetzt auch Bundespräsident Jochaim Gauck‚>
Doch wer den “Präsidialamtsblog”
aufruft, wird schnell an das in Vergessenheit geratene Social Network MySpace erinnert. In Kacheloptik reiht sich ein Bild.de-Aufmacher zur Vereidigung Gaucks über die gesamte Seite. Die Texte, im Frage-Antwort-Stil gehalten, enthalten viele Rechtschreibfehler, die Artikel selbst sind teilweise krude formuliert. "Die Chefredaktion bedauert den Fehler", erklärt ein Sprecher der dapd. "Sie hat diesen umgehend korrigiert und sich bei den Kunden entschuldigt. dapd hat strenge Richtlinien für den Umgang mit Internet-Quellen. Diese wurden von den sehr erfahrenen Kollegen in diesem Fall leider nicht beachtet."

Andere Medien übernahmen die dapd-Meldung, darunter das Hamburger Abendblatt und T-Online. Die Nachrichtenagentur zog den Bericht rasch zurück. Auf T-Online ist die Ente allerdings immer noch zu lesen.

Ein kurzer Anruf beim Bundespräsidialamt hätte Klarheit geschaffen. Dort dementiert man die Äußerungen des Fake-Gaucks. Ferner würde das Staatsoberhaupt auch keinen Blog betreiben.

Böse Absicht, wie zuletzt bei etlichen gefälschten Online-Profilen des Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff, mag man dem Initiator von Präsidialamt.com nicht unterstellen. Die Texte stellen den Politiker nicht bloß, sondern wirken vielmehr wie ein unbeholfener Versuch, Aufmerksamkeit zu erregen. Dieser Versuch war zweifelsohne von Erfolg gekrönt – wenn auch nicht zum Vorteil aller.

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