Print-Werbemarkt weiter deutlich im Minus

Publishing Auch der April hat der Printbranche auf dem Werbemarkt keinen Aufschwung beschert. Zeitungen, Publikumszeitschriften und Fachzeitschriften haben 2012 bisher weniger Geld mit Reklame umgesetzt als 2011 - im Gegensatz zu den elektronischen Medien Fernsehen, Internet und Radio. Bei den Publikumszeitschriften liegen zahlreiche Top-Titel sogar um mehr als 10% unter dem Vorjahr, darunter Bild am Sonntag, Für Sie, Bild der Frau, TV Movie und Bunte. Stärkster Aufsteiger ist überraschenderweise der Focus.

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4,59 Mio. Euro über dem Vorjahr liegt der Focus in der Brutto-Statistik von Nielsen – ein kräftiges Plus von 15,9%. Angesichts der Verkaufszahlen, die der Focus derzeit erreicht, eine etwas überraschende Entwicklung. Ebenfalls deutlich über den Werten des Vorjahres liegen die TV-Supplements rtv und prisma, sowie die Frauen-Titel Grazia und Elle. Insgesamt überwiegen allerdings die Verlierer. Mehr als 300 der von Nielsen ausgewerteten Publikumszeitschriften blieben unter den Zahlen aus 2011 – rund 230 landeten darüber.

Unter den Verlierern ist die Bild am Sonntag wie nach Ablauf des März weiterhin der größte. Ganze 6,90 Mio. weniger landeten brutto in den Kassen der Springer-Sonntagszeitung – ein sattes Minus von 15,0%. Die Für Sie büßte sogar 29,0% ein, liegt mit einem Rückgang von 4,48 Mio. Euro auf Platz 2 der Absteiger-Tabelle. Dahinter folgen weitere große Klassiker: die Bild der Frau, der stern, TV Movie und die Bunte.

Trotz der Umsatz-Verluste bleiben stern und Bild am Sonntag an der Spitze des Publikumszeitschriften-Rankings. Mit 41,69 Mio. bzw. 39,00 Mio. Euro schrumpft der Vorsprung auf den drittplatzierten Spiegel allerdings etwas zusammen. Das Magazin kam in den ersten vier Monaten des Jahres auf 38,51 Mio. Euro und damit immerhin auf ein Mini-Minus von 0,7%. Auf Platz 4 folgt der 15,9%-Gewinner Focus, vor der Brigitte, die wiederum zu den Verlierern gehört.

Mehr als 10% verloren haben auf den ersten 25 Plätzen neben der Bild am Sonntag noch die Bunte, die Bild der Frau, die Gala, TV Movie, TV Spielfilm, TV 14 und die Für Sie. Im Gegensatz dazu mehr als 10% hinzu gewonnen haben Focus, rtv West und prisma Gesamt West.

Wie in der ersten Hälfte der Top 50 überwiegen auch auf den Rängen 26 bis 50 die Absteiger. Mehr als 10% des Brutto-Umsatzes büßten dabei die Hörzu, TV Hören und Sehen, Superillu, myself und Petra ein. Um mehr als 10% zulegen konnten hingegen rtv Ost, Grazia, prisma Gesamt Ost, das Zeitmagazin und die Freizeit Revue.

Wie immer muss an dieser Stelle noch erwähnt werden, dass es sich bei den Nielsen-Zahlen um Brutto-Umsätze handelt. Eventuelle Rabatte, Austauschgeschäfte und Eigenanzeigen werden in diesen Zahlen nicht als solche, sondern als komplett nach Preisliste bezahlte Werbung gewertet. Über tatsächliche Umsätze geben die Nielsen-Zahlen also keine Auskunft. Ein wichtiges Indiz für die Entwicklung der einzelnen Titel und den Werbedruck sind sie dennoch.

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