„DSDS Kids“: die Mini-Kuschel-Show

Fernsehen Der Untergang des Abendlandes ist ausgefallen. Am Samstagabend ging bei RTL „DSDS Kids“ über den Sender, eine Sendung, die bereits im Vorfeld scharf kritisiert wurde. Doch alarmierte Jugendschützer dürften während der Show beruhigt weggedöst sein. Dieter Bohlen gab den lustigen Pop-Onkel, Daniel Aßmann eine Art Marco Schreyl light. Der „DSDS“-Ableger für die ganz jungen Möchtegern-Gesangstalente ist supersüß und supersoft und superknuddelig. Und leider auch superlangweilig.

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Bei RTL waren sie sich des Zündstoffs von „DSDS Kids“ offenbar sehr bewusst. Alles wurde in der Sendung vermieden, das den Eindruck hätte erwecken können, hier würden Kinder verheizt oder gar vorgeführt. Die Casting-Szenen wurden erst gar nicht gezeigt, die Jury hatte vor der Sendung kollektiv mehrere Pfund Kreide vertilgt. Alles war „super“ und „ganz toll“ und „profimäßig". Auch wenn der eine oder andere der kleinen Nachwuchs-Sänger für Laien deutlich hörbar im Ton daneben lag.

Dana Schweiger war so eine Art weiblicher Bruce Darnell, Michelle Hunziker tat, was sie am besten kann: gut aussehen. Und Bohlen spielte den lieben Onkel Dieter. Es passte zu dieser Sendung, dass die übliche „DSDS“-Rummel-Kulisse für die Kids-Variante auf dem TV-Schirm mit rosa Sternchen versehen wurde. Alles war wie in Zuckerwatte gepackt.

Am Ende gab es dann auch kein nervtötendes Gelaber vom Moderator, sondern es wurden nach einem überflüssigen Auftritt von „DSDS“-Senior-Sieger Luca Hänni ohne viel Gedöns die drei Kinder genannt, die ins Finale kommen. Als Preis winkt ganz politisch korrekt ein Stipendium für eine Ausbildung und die Schule bekommt eine finanzielle Unterstützung für ein Projekt von bis zu 50.000 Euro.

„DSDS Kids“ war ein „DSDS“ ohne inszenierte Skandälchen, ohne Häme, ohne böse Sprüche und ohne nerviges Herauszögern der Entscheidung. „DSDS Kids“ war also ein „DSDS“ ohne all die menschenverachtenden Komponenten, für die das Format sonst berechtigterweise kritisiert wird. Und was kam dabei heraus? Zweieinviertelstunden konzentrierte Langeweile.

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