Dittrich, Meyer und der dickadrige Bestrafer

Fernsehen Zum Abschied von Sat.1 gab es in der vorerst letzten “Harald Schmidt Show” im Free TV am Donnerstagabend keine große Abschiedsrevue. Schmidt platzierte freilich - wie schon in den vergangenen Sendungen - einige wohl dosierte Spitzen gegen seinen Nun-nicht-mehr-Arbeitgeber, begrüßte Ulrich Meyer zum Abschieds-Plausch und ließ sich ganz am Ende von Olli Dittrich, verkleidet als Sommerpause, im Bollerwagen über den Studio-Parkplatz abfahren. Am 11. September gibt es ein Wiedersehen bei Sky.

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Vorher bekam man einen wie üblich gepflegt versauten “Herrenwitz” von Charly Wagner dargeboten (“der dickadrige Bestrafer”), die Show bewies mit der Pianistin Yuja Wang erneut ihr Gespür für ein hervorragendes Musikprogramm abseits ausgetrampelter Pfade und Schmidt begrüßte Dauergast Olli Dittrich sowie Sat.1-Veteran Ulrich “Akte” Meyer.

Wie war sie also, die letzte “Harald Schmidt Show” bei Sat.1? Sie war wie immer in jüngster Zeit: sehr, sehr gut. Gleich zu Beginn zeigte Schmidt sein Händchen für Selbst-Ironie,  als er angeblich “auf vielfachen Wunsch der Zuschauer” einen Ausschnitt seiner Sendung vom 1. Februar einspielte. Damals war Kate Abdo von Sky Sport News HD zu Gast und Schmidt schrie “Rupert, we need the money!” Damals freilich war die Zeit noch eine andere und Schmidt Schrei bezog sich darauf, dass Sky-Eigner Rupert Murdoch bei Sat.1 einsteigen könnte. Jetzt hat “Rupe” statt Sat.1 halt bloß den Harald gekauft.

Schmidt zeigte auch sein Talent für griffige Sätze, die förmlich danach schreien, am nächsten Tag von der Presse zitiert zu werden: “Es war eine schöne und erfolgreiche Zeit bei Sat.1. Das sage ich heute Abend hier ganz ehrlich und unverschlüsselt.” Dann wurde noch in Traumschiff-Gala-Uniform die Sat.1-Fahne vom Studio-Dach eingeholt, ansonsten gab es Show-Business as usual.

Das Zwiegespräch mit Dauergast Olli Dittrich hat sich zu einer feinen Ironie-Routine entwickelt. Schmidt hatte dann noch einen Einspieler, wie er den Begriff “die Zuschauer abholen” wörtlich nimmt und ein Zuschauer-Ehepaar mit seinem dicken Jaguar persönlich in die Show chauffiert.

Schön war auch der Auftritt von Ulrich Meyer, weil man merkt, dass der abseits seiner Roboter-artigen “Akte”-Moderation ein gescheiter Zeitgenosse ist. Schmidt fragte ihn nach seinem Rezept für 20 erfolgreiche Jahre bei Sat.1. Meyers Antwort: “Einfach immer weitermachen”. Irgendwie gilt das ja auch für Schmidt. Nur eben nicht bei Sat.1. Meyer überreichte Schmidt als “Abschiedsgeschenk von den Sat.1-Kollegen” einen kleinen Rettungsring und Schwimmflügel. Schmidt überreichte Meyer den Twitter-Account @akte2012, den er für seine Show in eine Gaga-Aktion übernommen hatte, in Gold auf einem Samtkissen.

Ganz am Ende tauchte dann nochmal Olli Dittrich auf, verkleidet als “Sommerpause” und führte Harald Schmidt wie ein kleines Kind nach draußen. Er gab ihm seine Regenjacke mit und fragte, ob er den Sat.1-Ball noch brauche. Schmidt: “Natürlich brauche ich den Ball….. man weiß ja nie wie der Sommer wird.” Am. 11. September geht es dann mit der Schmidt-Show bei Sky weiter.

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