ARD reagiert gelassen auf Pechstein-Klage

Fernsehen Die ARD hat auf die von Claudia Pechstein via Internet angekündigte Schadensersatzklage reagiert. "Wir sehen der Klage gelassen entgegen und schauen erst einmal, an wen sie adressiert ist. Es kann ja nicht die ganze ARD gemeint sein“, sagte Sportkoordinator Axel Balkausky dem Sport Informationsdienst. Die Eisschnellläuferin spricht von Rufmord, weil „Die Sportschau“ sie in Verbindung mit der Erfurter Blutdoping-Affäre gebracht hätte. Deshalb sei ein lukrativer Sponsorenvertrag geplatzt.

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Im Januar hatten der ARD-Reporter Hajo Seppelt und sein Kollege Uli Loke über Blut-Experimente des Erfurter Sportarztes Andreas Franke berichtet. Dabei thematisierten sie auch eine vermeintliche Kundenliste des Mediziners mit rund 30 Sportlern – inklusive der Namen von Claudia Pechstein und des 100-Meter-Olympiasieger Nils Schumann.

Der Vertragsarzt am Olympiastützpunkt Erfurt hatte bereits Ende Januar eingeräumt, Athleten Blut entnommen zu haben, um es mit UV-Licht zu bestrahlen und den Sportlern dann wieder zu reinfundieren. Franke bestritt jedoch, dass es sich bei der von der Schulmedizin nicht anerkannten Methode um Doping handelt.
Am Mittwoch erklärte die Eisschnellläuferin dann auf ihrer Webseite: "Ich stand kurz vor der Unterschrift einer lukrativen Vereinbarung mit einem Sponsor, der mich auf dem Weg zu den Olympischen Spielen nach Sotschi fördern wollte. Durch die fehlerhafte Doping-Berichterstattung der ARD ist es nicht zum Vertragsabschluss gekommen."

Am meisten scheint Pechstein zu ärgern, dass sie auf eine Anfrage der ARD geantwortet habe, ihre Antworten in dem „Sportschau“-Bericht dann jedoch nicht thematisiert worden seien. „Stattdessen wurde behauptet, ich gehöre zu den Patienten von Herrn Dipl. med. Franke, an denen eine verbotene Blutbehandlung durchgeführt worden sei. So wird heutzutage Meinung gemacht. Unfassbar!“
Zudem wirft die Olympiasiegerin dem öffentlich-rechtlichen Sender „Rufmord“ vor.

Ähnlich wie der ARD-Sportkoordinator reagierte auch Seppelt. Gegenüber Spiegel Online sagte er: "Ich sehe dem Ganzen entspannt entgegen, denn wir haben uns nichts vorzuwerfen."

Noch hat die ehemalige Olympiasiegerin ihre Klage offenbar nicht eingereicht. Deshalb gibt sich Balkausky gegenüber der dpa auch größte Mühe, im Fall erst einmal zu beruhigen. "Zunächst einmal müssen wir schauen, an wen die Klage direkt gerichtet sein wird. Anschließend werden wir die entsprechenden Schlüsse ziehen und gegebenenfalls darauf reagieren.“

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