Wired Nummer 2 als spätes Print-Oster-Ei

Publishing Am Dienstag nach Ostern wird die zweite Ausgabe des deutschen Wired erscheinen. Neu sind der Chefredakteur Alexander von Streit und die Entkoppelung vom Männer-Lifestyle-Heft GQ. Das kapitalistische Zentralorgan Handelsblatt macht gegen die Piraten-Partei mobil und bietet dafür 100 “Denker, Dichter und Tüftler” auf. Günter Grass ist zum Glück nicht dabei. Es gibt neue Folgen von “Frag doch mal die Maus” und Bettina Wulff schreibt ein mutmaßliches Skandal-Buch.

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Haben Sie es gemerkt? Am vergangenen Sonntag war der 1. April. Hei, was waren die ganzen Aprilscherze wieder lustig. Das vertrackte an diesem Tag ist aber, dass da stets einige Meldungen auftauchen, die man für einen Aprilscherz hält, die aber echt sind. Ich hätte zum Beispiel schwören können, dass es ein Aprilscherz ist, dass Bettina Wulff ein Buch über ihre kurze Zeit als Bundespräsidenten-Gattin schreibt. Stimmt aber wohl tatsächlich. Die Kommentaristen in hiesigen Redaktionsstuben dürfen sich schon jetzt passende Formulierungen zurechtlegen.

Das Handelsblatt hat in seiner Ausgabe vom Donnerstag die Aktion “Mein Kopf gehört mir” veröffentlicht. Das Ganze ist eine Umfrage der Redaktion, bei der 100 “Denker, Tüftler und Dichter” dem “Enteignungsprogramm der Piraten” widersprechen. Mit “Enteignungsprogramm” ist die Haltung der gerade sehr erfolgreichen Piraten-Partei in Sachen Urheberrecht gemeint. Mit der Aktion spielt das Handelsblatt ausgerechnet auf Alice Schwarzer an, die mit dem Spruch “Mein Bauch gehört mir” für das Recht von Frauen auf Abtreibung kämpfte. In der Handelsblatt-Umfrage fallen den Denkern, Tüftlern und Dichtern (zu denen sich auch nicht wenige Konzernbosse und Medien-Lobbyisten gesellen) vor allem die üblichen Standard-Argumente gegen die Piraten-Partei ein. Viel ist die Rede von “Umsonst-Kultur” und davon, dass man im Supermarkt auch nix klauen darf usw. Von unseren Tüftlern und Dichtern hätte man mehr erwarten können. Wenigstens ist Günter Grass nicht dabei.

Eckhart von Hirschhausen moderiert neue Folgen von “Frag doch mal die Maus!” für die ARD. Da hat der lustige Doktor aber Glück gehabt. Denn laut Presseberichten hatten die ARD-Bosse die Moderation von “Frag doch mal die Maus” Thomas Gottschalk angeboten. Als Ersatz für seine quotenschwache Vorbendshow. Ebenfalls im Gespräch soll eine Sendung mit – Achtung – Wetten gewesen sein. “Gottschalk Live” läuft zwar miserabel, aber, falls es stimmt, dass die ARD-Bosse als Alternativ-Plan für Thomas Gottschalk “Frag doch mal die Maus” und einen “Wetten dass..?”-Aufguss für denkbar hielten, dann kann einem der Gottschalk schon wieder leid tun.

Ein verspätetes Oster-Ei landet am kommenden Dienstag am Büdchen. Dann bringt Condé Nast das vom neuen Chefredakteur Alexander von Streit verantwortete zweite deutsche Wired auf den Markt. Diesmal auch dankenswerter Weise ohne “Zwangskoppelung” an das Männer-Lifestyleheft GQ. Naja, nicht ganz: Die deutsche Wired 2 erscheint am 10. April alleine. Zwei Tage später gibt es die Wired dann wahlweise auch im Bündel mit der GQ. Und eine iPad App zum Heft wird es in der nachösterlichen Woche auch geben. Die erste deutsche Wired, die Thomas Knüwer als Chefredakteur gemacht hatte, war eine durchaus respektable Premiere mit toller App. Wir sind gespannt auf die zweite Ausgabe.

Bis dahin: Frohe Ostern!   

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