Markenklage: dapd verteidigt sich

Publishing Die Vorstände der Nachrichtenagentur dapd, Martin Vorderwülbecke und Cord Dreyer, haben sich mit einem Schreiben an die Gesellschafter der konkurrierenden Agentur dpa gewandt. In dem Brief verwehren sich die beiden gegen den Vorwurf, dapd habe Angebote für Kunden entsprechenden Angeboten von dpa "nachempfunden". So gebe es Basis-, Landes- und Themendienste bei den Vorgängeragenturen der dapd schon seit Jahren. Dpa hat angekündigt, dapd wegen Verletzung von Markenrechten zu verklagen.

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Im Kern geht es bei der Klage auf Verletzung von Marken- und Kennzeichnungsrechten um die Wahl des Kürzels "dapd". Hier sieht Marktführer dpa ein "bewusst gewähltes Kunstwort". In einem Schreiben vom 16. März hatten dpa-Geschäftsführer Michael Segbers und Chefredakteur Wolfgang Büchner ihre Gesellschafter über die Einreichung der Klage informiert. Im geschäftlichen Verkehr mit Kunden komme es "mehr und mehr zu Verwechslungen".

Auf die Wahl des Kürzels gehen Vorderwülbecke und Dreyer in ihrem Schreiben nicht ein. Sie nehmen vielmehr Stellung zu dem Hinweis in dem Brief der Kollegen, die Verwechslunsgefahr drohe auch, weil es sowohl bei dpa wie bei dapd Basis- Landes- und Themendienste gebe. 

Basisdienste böten auch Agenturen wie KNA, epd oder apa an, argumentieren die dapd-Chefs nun. Einen Landesdienst habe ddp, eine der Vorgängeragenturen von dapd, vor 22 Jahren eingeführt. Themendienste hätten ddp und AP Deutschland schon seit vielen Jahren im Angebot. Auf den Vorwurf, die Kunden-Website Newsplaner von dapd sei dem Pendant dpa-news "in Layout und Funktionalität" nachempfunden, entgegnen Vorderwülbecke und Dreyer, ihr Auftritt sei vor den dpa-news öffentlich vorgestellt worden. 

Hintergrund: Die Vollagentur dapd ist vor zwei Jahren aus den beiden Agenturen ddp und AP Deutschland hervorgegangen. Die Bezeichnung "dapd" sei markenrechtlich geprüft und geschützt. In einer Stellungnahme gegenüber MEEDIA hatte ein Sprecher die Klage "absurd und peinlich" genannt.

An die dpa-Gesellschafter, die teilweise auch dapd-Kunden sind oder noch werden könnten, heißt es in dem Schreiben vom 3. April abschließend: "Wir würden uns freuen, wenn Sie diese Informationen bei Ihrer Meinungsbildung berücksichtigen."

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