Sexvideo: Fall Otti Fischer wird neu aufgerollt

Publishing Da ist der Freispruch wieder futsch: Erwartungsgemäß hat das Oberlandesgericht München das Urteil des Landgerichts im Prozess um ein Video, das Ottfried Fischer beim Sex mit Prostituierten zeigt, nach mündlicher Verhandlung aufgehoben. Zur Begründung erklärte der Richter, die Ausführungen des Landgerichts in dessen Urteilsbegründung seien "lückenhaft und widersprüchlich". Die Anwälte des Schauspielers zeigten sich zufrieden, der Verteidiger des Angeklagten Redakteurs übte Kritik.

Werbeanzeige

Das OLG gab damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft statt, die für den Journalisten im Prozess eine Bewährungsstrafe gefordert hatten. Die Verteidigung hatte dagegen gefordert, den Freispruch auftrechtzuerhalten. Der Anwalt Ulrich Ziegert erklärte, er halte die Entscheidung für "inhaltlich falsch". Der Journalist ist angeklagt, als Bild-Reporter den 58-Jährigen Schauspieler mit einem Sexvideo zur Kooperation mit dem Boulevardblatt genötigt zu haben. In den Besitz des Videos war er gegen Zahlung eines Info-Honorars gelangt.

Das OLG stellte beim Landgerichtsurteil gravierende Mängel fest. So seien in dessen Urteilsbegründung nicht einmal die Einlassung des Angeklagten umfassend wiedergegeben worden. Auch die Dokumentation wichtiger Zeugenaussagen sei lückenhaft. Fischers Anwälte reagierten auf die Aufhebung mit Genugtuung. Der Reporter habe die "innerste Intimspähre Ottfried Fischers verletzt", dies sei eine schwere Verletzung des Persönlichkeitsrechts. Die Regeln der Pressefreiheit seien hier klar gebrochen worden. "Ich bin optimistisch, dass das Verfahren in einer neuen Runde nicht anders ausgeht", gab sich Verteidiger Ziegert dagegen kämpferisch: Was hier geschehen sei, "ist keine Nötigung".
In erster Instanz vor dem Amtsgericht war der Angeklagte, der inzwischen wieder für Bild arbeitet, zu 14.400 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Das Landgericht hatte den Reporter dann in vollem Umfang frei gesprochen und seinerseits harte Kritik am Verhalten des Anklagevertreters geäußert. Als das OLG dann eine mündliche Verhandlung ansetzte, war allgemein erwartet worden, dass das Verfahren danach in die nächste Runde gehen würde.

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige