Groupon hat Bilanzierungsprobleme

Blamage für den Internet-Überflieger: Am Freitag nach Handelsschluss musste Groupon seine Anleger darüber informieren, dass bei der Bilanzierung des Weihnachtsquartals nicht alles mit rechten Dingen zuging. In anderen Worten: Das Schnäppchenportal verbucht nun weitaus höhere Verluste als zuvor ausgewiesen. Tatsächlich schwoll das Minus um 23 Millionen Dollar an, während die Umsätze weniger stark stiegen als erhofft. Die Aktie verliert nachbörslich um zehn Prozent an Wert.

Werbeanzeige

Blamage für den Internet-Überflieger: Am Freitag nach Handelsschluss musste Groupon seine Anleger darüber informieren, dass bei der Bilanzierung des Weihnachtsquartals nicht alles mit rechten Dingen zuging. In anderen Worten: Das Schnäppchenportal verbucht nun weitaus höhere Verluste als zuvor ausgewiesen. Tatsächlich schwoll das Minus um 23 Millionen Dollar an, während die Umsätze weniger stark stiegen als erhofft. Die Aktie verliert nachbörslich um zehn Prozent an Wert.
Groupon kommt nicht zur Ruhe: Mehrfach musste das Schnäppchenportal im vergangenen Jahr seinen Börsenprospekt überarbeiten, dann erst gab die amerikanische Börsenaufsicht SEC grünes Licht zum Gang an die Wall Street. Um 55 Prozent schoss die Aktie nach oben, Groupon war aus dem Stand plötzlich knapp 20 Milliarden Dollar wert und zählte für einen Moment zu den sechs wertvollsten Internet-Unternehmen des Planeten.
Dann folgte der Absturz und die Ernüchterung bei Vorlage der ersten Quartalsbilanz als börsengelistetes Unternehmen im Februar, als Groupon vor seinen Anteilseignern Verluste eingestehen musste. Nun der Nachschlag: Die Bilanz fiel noch viel schlechter aus! 
"Substanzielle Schwächen": 22,6 Millionen Dollar höherer Verlust
Diesen Schocker teilte das Schnäppchenportal am vergangenen Freitag überraschend nach Handelsschluss mit. Um immerhin 22,6 Millionen Dollar höher fielen die Verluste des erst Ende 2008 gegründeten US-Start-ups, in das die Berliner Samwer-Brüder massiv investiert sind, nunmehr im vierten Quartal aus. Auch bei den Umsätzen gab es Korrekturbedarf : Um immerhin 14 Millionen Dollar weniger zog der Umsatz im Dreimonatszeitraum als ursprünglich ausgewiesen. 
Als Erklärung führte Groupon an, die Rückerstattungen für die Käufer Gutscheine sei größer ausgefallen erwartet. Das Schnäppchenportal sprach selbst reumütig von "substanziellen Schwächen" bei internen Kontrollen in der Bilanzierung. Die Erklärung ließen auch Analysten gelten: "Es liegt wahrscheinlich daran, dass das Geschäft so rasch wächst, dass sie mit ihren Systemen nicht hinterherkommen", wurde Herman Leung von Susquehanna Financial Group von der Nachrichtenagentur Reuters zitiert. "Vielleicht haben sie auch nicht genug Finanzpersonal." 
Anleger verkaufen Groupon-Aktie hart ab
Anleger wollten das so unterdessen nicht durchgehen lassen und quittierten die Bilanzierungsunregelmäßigkeiten gnadenlos mit harten Abverkäufen. Die Groupon-Aktie wurde nach Handelsschluss an der Wall Street im nachbörslichen Handel mit Abschlägen von 10 Prozent nach unten durchgereicht. 
Bei nur noch 16,50 Dollar notiert der Börsenneuling nun schon 20 Prozent unter dem Start-Niveau des Jahres und 17 Prozent unter dem Ausgabekurs vom November. Immerhin: Am Ausblick auf das laufende Quartal hielt das junge Internet-Unternehmen fest.

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige