Middelhoff über B´mann: „Zehn Jahre Stillstand“

Publishing Der ehemalige Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff attestiert dem Gütersloher Medienkonzern "zehn Jahre Stillstand". Gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sagte der Manager, endlich werde umgesetzt, "was mein Führungsteam schon vor einem Jahrzehnt als richtig und wichtig empfohlen hat". Bereits zum 30. Juni soll die Rechtsform der Bertelsmann AG in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien umgewandelt werden.

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Gesteuert werden soll die KGaA von einer Europäischen Aktiengesellschaft Bertelsmann SE. Dieser Kniff garantiert, dass die Kontrolle über das Unternehmen weiter in der Hand von Bertelsmann bleibt. Der neue Bertelsmann-Vorstandschef Thomas Rabe hatte nach Verkündung der Umstellung in der vergangenen Woche frohlockt: "Der Spagat zwischen Familienprägung und Kapitalzuführung ist geschafft."

Vor-Vor-Vorgänger Middelhoff nun freut sich auch ein wenig, weil er sich in seiner Strategie, die er für den Gütersloher Konzern hatte, bestätigt sieht. Allein an den Erfolg der Mission, im Ranking der größten Medienkonzerne der Welt wieder aufzusteigen, glaubt Middelhoff nicht. Der FAS sagte er: "Ich würde es von Herzen wünschen, aber ich bezweifele, dass Bertelsmann noch mal das weltweit führende Medienunternehmen werden kann."

Ob Middelhoff während seiner Amtszeit selber auch die Rechtsform der KGaA ins Auge gefasst hatte, ist unklar. Middelhoff spricht indes von "seiner Strategie", die nun von Thomas Rabe umgesetzt werde. Über den vermeintlichen Spitznamen "Tommy reloaded" für Thomas Rabe sagte Middelhoff: "Ich finde das amüsant – aber es entspricht nicht der Realität. Herr Rabe und ich haben offensichtlich deckungsgleiche Strategien, sind aber als Menschen völlig unterschiedlich."

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