Die Generation YouTube wird erwachsen

Publishing Das Webvideo hat eine kurze, aber bewegte Geschichte hinter sich. Und wird doch noch von vielen Kritikern als die kleine, stümperhafte Schwester des regulären Fernsehen abgetan. Dabei wird diese Kritik dem Anspruch längst nicht mehr gerecht. Denn die ehemals kleinen Clips, die man in den Neunzigern noch per Mail verschickt, sind längst erwachsen geworden. Der Trend geht hin zu langen Clips im Web. Der Deutsche Webvideopreis würdigt die besten Vertreter ihrer Branche.

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Kennen Sie noch das “Dancing Baby”? Dieses kleine computeranimierte Baby, das zur Musik im Takt tanzte und es damit sogar in die Serie "Ally McBeal" schaffte? Fraglos war dieses Meme das erste Viralvideo der Welt. Seitdem hat sich viel getan in Sachen Webvideo. Dazu hat vor allem YouTube beigetragen, das sich lange Zeit ohne Rücksicht auf die Rechtslage mit viel Anarchie zu bis dato unerreichten Höhen aufschwang. Jeder konnte, mit wenigen Ausnahmen, alles hochladen.

Doch User interessieren sich längst nicht mehr nur für kurze Clips. Sie wollen gut unterhalten werden. Die jüngsten Zahlen des Statistikdienstleisters Comscore belegen, dass der Trend hin zu sechsminütigen Videos geht. Ein Trend, den auch YouTube selbst erkannt hat und fördert. Aus diesem Grund arbeitet das Videoportal mit Filmstudios zusammen und realisierte mit Regisseur Ridley Scott das globale Videoprojekt “Life in A Day”.

Um die besten Clips der noch jungen Branche entsprechend zu würdigen, finden in diesem Jahr im Düsseldorfer Savoy Theater der Webvideopreis 2012 statt. Unter der Leitung von Markus "Videopunk" Hündgen werden die besten Clips aus neun Kategorien prämiert. Dafür müssen die Juroren, darunter die Moderatoren Katrin Bauerfeind und Daniel Budiman, 6752 Einreichungen sichten. Keine leichte Aufgabe.

Warum Webvideos noch lange nich das Ende der Fahnenstange erreicht haben, erklärt Hündgen: "Webvideos sind der Beginn einer neuen Bewegtbildära. Egal zu welcher Uhrzeit, an welchem Ort dieser Welt und auf welchem Gerät: Bewegte Bilder werden ebenso allgegenwärtig sein wie das geschriebene Wort." Eine Entwicklung, die auch die etablierten Sender zu verstehen beginnnen. Laut DWDL testet der SWR seit Kurzem eine monatliche Webvideo-Revue.

Befeuert wird das Medium auch durch die wachsende mobile Nutzung. Laut dem Cisco Visual Networking Index (VNI) Mobile wird Mobile Video zwischen 2011 und 2016 mit einer Rate von 90% wachsen und damit stärker als jede andere Mobile Application Kategorie. Die Studie geht außerdem davon aus, dass Mobile Video 2016 über 70 Prozent des weltweiten mobilen Datenverkehrs ausmachen wird. Auch hier werden Webvideos klarer Profiteur sein. Denn die meist kurzen Clips lassen sich auf mobilen Endgeräten besser konsumieren als Filme oder lange Fernsehsendungen.

Bis kurz vor der Preisverleihung am 31. März können Nutzer auf Webvideopreis.de für Ihre Favoriten abstimmen. MEEDIA ist Medienpartner der Veranstaltung.

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