Dividende: Was Apple-Aktionäre bekommen

Geldsegen aus Cupertino: Satte 45 Milliarden Dollar will Apple in den nächsten drei Jahren ausgeben – zum Großteil für Aktionäre. Doch was bleibt eigentlich von den Dividendenausschüttungen – und wie funktionieren sie? Anleger müssen sich um nichts kümmern: Die depotführende Bank bucht die Vergütungen automatisch ein. Allerdings fallen die weniger üppig aus, als die 2,65 Dollar je Aktie erscheinen lassen – Eurokurs und Abgeltungsteuer zehren an der Rendite. Was Aktionäre wissen sollten.

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Geldsegen aus Cupertino: Satte 45 Milliarden Dollar will Apple in den nächsten drei Jahren ausgeben – zum Großteil für Aktionäre. Doch was bleibt eigentlich von den Dividendenausschüttungen – und wie funktionieren sie? Anleger müssen sich um nichts kümmern: Die depotführende Bank bucht die Vergütungen automatisch ein. Allerdings fallen die weniger üppig aus, als die 2,65 Dollar je Aktie erscheinen lassen – Eurokurs und Abgeltungssteuer zehren an der Rendite.  Was Aktionäre wissen sollten.  

Kurswechsel bei Apple: 14 lange Jahre hielt Steve Jobs Apples sukzessiv steigende Cash-Bestände unter Verschluss. Aus gutem Grund: 1996 schlitterte der Kultkonzern aus Cupertino nur knapp an einer Pleite vorbei – vor diesem Hintergrund erscheint das Horten der Gewinne für schlechte Zeiten nachvollziehbar.

Doch die Zeiten wurden besser, viel besser. In einer nie da gewesenen Turnaround-Story stieg Apple vom belächelten Computerpionier zum wertvollsten Konzern der Welt auf – und die Barmittel auf inzwischen über 100 Milliarden Dollar. Cash-Reserven, die Apple in der Form nicht benötigt, wie CEO Tom Cook selbst einräumte. Um die Wall Street zu befriedigen, gibt Apple nun einen Teil seiner immensen Gewinne an Aktionäre zurück.

Um insgesamt 45 Milliarden Dollar werden die Geldspeicher in Cupertino  in den kommenden drei Jahren erleichtert – 30 Milliarden Dollar gehen dabei an Aktionäre. 10 Milliarden Dollar pro Jahr, das sind allein 36 Prozent der Ausschüttungen aller Dax30-Konzerne! Das klingt gewaltig. Doch wie viel bleibt wirklich davon beim Anleger hängen?

Wie funktioniert die Ausschüttung?

Wer Aktionär ist, partizipiert automatisch. Anleger müssen sich um nichts kümmern: Die depotführende Bank bucht die Vergütungen automatisch ein.

Ab wann ist mit der ersten Dividendenzahlung zu rechnen?

Los geht’s im vierten Geschäftsquartal des Unternehmens, das am 1. Juli beginnt. Das heißt: Bis Ende September wird die erste Ausschüttung fällig.

Wie viel bleibt über?

Weniger, als die 2,65 Dollar je Aktie vielleicht auf den ersten Blick suggerieren.  Beim aktuellen Eurokurs sind es ziemlich genau 2 Euro je Anteilsschein. Allerdings könnte noch mal der Fiskus zuschlagen – je nach Anzahl der Apple-Aktien und bisher eingefahrenen Gewinne.

Seit 2009 gilt nämlich die sogenannte Abgeltungsteuer, nach der auch Erträge aus Dividendenzahlungen, die einen Freibetrag von 801 Euro überschreiten, zu versteuern sind. Pauschal mit 25 Prozent. Dazu kommen jedoch auch noch Abgaben für den Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls die Kirchensteuer. Macht summa summarum  28 Prozent.

Von 2,65 Dollar je Aktie blieben aktuell somit nur noch 1,56 Euro. Wer 10 Apple-Aktien besitzt, die gestern immerhin 4600 Euro wert wären,  käme so gerade mal in den Genuss von 15,62 Euro pro Quartal. Oder 62,50 Euro im Jahr. Kaufanreize für die Aktie klingen anders.

Wie hoch ist Apples Dividende im Verhältnis zu anderen Konzernen?

Wer die Abrechnung seiner Bank nach der ersten Ausschüttung in den Händen hält, dürfte entsprechend enttäuscht sein: All die Aufregung für ein paar Euro? Tatsächlich klang die Ausschüttung von 10 Milliarden Dollar pro Jahr ja gewaltig – Apple könnte mit dem Geld, das es an Aktionäre ausschüttet, locker den Smartphone-Konkurrenten Research in Motion (RIM) kaufen (aktueller Börsenwert: 7,5 Milliarden Dollar).

Doch dass nicht mehr bei Aktionären ankommt, liegt schlicht am enormen Börsenwert, den Apple inzwischen erreicht hat. Bei aktuell 600 Dollar ist der iPhone-Hersteller stolze 560 Milliarden Dollar wert.  Mit den 10 Milliarden Dollar, die Apple ausschüttet, gibt der Computerpionier damit aktuell nur 1,8 Prozent des Unternehmenswertes an Aktionäre weiter.

Börsianer sprechen von der sogenannten Dividendenrendite, die gerade für Investoren interessant ist, die auf regelmäßige Mittelzuflüsse setzen, die idealerweise höher sind als die Verzinsung am Geldmarkt. Apple muss sich für die 1,8 Prozent gar nicht mal verstecken: Die Dividendenrendite ist etwas höher als bei anderen Tech-Schwergewichten wie Cisco (1,1 Prozent) oder sogar IBM (1,5 Prozent), aber etwas niedriger als bei Microsoft (2,4 Prozent) oder Intel (3,1 Prozent). Aus dem Stand ist Apple damit in eine neue Anlageklasse vorgestoßen und dürfte für einige Investmentgesellschaften, die auf regelmäßige Verzinsungen setzen, interessant geworden sein.

Bleibt es auf Jahre bei der Dividende von 2,65 Dollar?

Nicht zwangsläufig. Normalerweise entscheiden Aktiengesellschaften von Jahr zu Jahr, je nach der Gewinnentwicklung, über die Höhe der Ausschüttung, die sie auf der Hauptversammlung dann vorschlagen. Apple hat sein Dividendenprogramm nun zunächst auf drei Jahre angelegt. Es ist aber gut möglich, dass der iPhone- und iPad-Hersteller im kommenden Jahr Anpassungen nach oben vornimmt.

Was passiert mit der Apple-Aktie am Tag der Dividenden-Zahlung?

Die Dividendenzahlung wird am Tag der Ausschüttung auf das Konto des Aktionärs eingebucht. Die Aktie selber wird dann "ex Dividende" gehandelt – das heißt, abzüglich der 2,65 Dollar. Stand die Apple-Aktie am Vortag der Dividendenzahlung bei 600 Dollar, eröffnet sie ex Dividende also nur noch bei 597,35 Dollar – ein in dieser Größenordnung allerdings ziemlich überschaubarer Abschlag.

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