Trotz Relaunch: “Gottschalk Live” wackelt

Fernsehen Die Diskussion um ein mögliches vorzeitiges Aus für die Vorabendshow “Gottschalk Live” reißt nicht ab. Jetzt berichtet das Hamburger Abendblatt, die Mehrheit der ARD-Intendanten habe sich in einer Schaltkonferenz für ein vorzeitiges Ende der Show ausgesprochen - trotz des gerade erfolgten Relaunches der Sendung mit Studiopublikum. Monika Piel vom WDR betont unterdessen, dass es keinen Beschluss gibt.

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Es sei eine “überwältigende Mehrheit” der ARD-Intendanten bei der Schaltkonferenz dafür gewesen, “Gottschalk Live” mit der Sommerpause im Juni zu beenden, schreibt Kai-Hinrich Renner im Abendblatt. Die Tageszeitung Die Welt schrieb sogar davon, dass sich die Intendanten "entschlossen" hätten, die Sendung nicht weiterlaufen zu lassen. Das war aber wohl ein Missverständnis. Die ARD stellte klar, dass es keinen Beschluss für eine Absetzung von "Gottschalk Live" gibt. WDR-Intendantin Piel: "Es wäre ja auch unsinnig, zeitgleich mit dem Relaunch der Sendung "Gottschalk Live" deren vorzeitiges Ende zu beschließen."
Das Abendblatt schreibt deswegen auch nur von einem “Stimmungsbild”. Die Schilderungen der Schaltkonferenz gehen zwischen Abendblatt und der "Klarstellung" der ARD aber deutlich auseinander. Während laut dem Zeitungsbericht die Mehrheit der Intendanten eindeutig gegen eine Fortsetzung von "Gottschalk Live" gewesen sei, heißt es in der ARD-"Klarstellung: "Die Runde hat sich vielmehr dafür ausgesprochen, der Sendung Raum zur Weiterentwicklung zu geben." Eine Formulierung, die Raum für Spekulationen lässt.
Klar ist: Es gibt keinen Beschluss, dass "Gottschalk Live" zur Sommerpause abgesetzt wird. Allerdings ist die Fortführung der Sendung nach der Sommerpause offenbar auch nicht unstrittig. Ein Argument gegen “Gottschalk Live” in der ARD-Schaltkonferenz sei auch gewesen, dass die Quoten der “Tagesschau” angeblich unter den schwachen Vorgaben durch “Gottschalk Live” leiden würden, so das Abendblatt.
Seit Montag ist “Gottschalk Live” mit verändertem Konzept und Studiopublikum auf Sendung. Nach Meinung vieler Kritiker hat die Sendung dadurch inhaltlich gewonnen. Auch die Quoten zeigen leichte Anzeichen der Besserung. Am Mittwoch war die Quote mit 1,2 Mio. Zuschauern im Gesamtpublikum und einem Marktanteil von 4,6 Prozent so gut wie seit drei Wochen nicht. Der Mini-Aufwärtstrend darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, auf welch niedrigem Niveau sich die Sendung bewegt.

In der Ausstiegsklausel des ARD-Vertrages zu “Gottschalk Live” ist vermerkt, dass die ARD die Sendung absetzen kann, sollte die Show bis zum 20. April durchschnittlich unter 10 Prozent Marktanteil bleiben. Diesen Durchschnittswert erreicht “Gottschalk Live” nicht mehr, selbst wenn die Akzeptanz der Sendung noch deutlich stärker ansteigen sollte. Die letzte Hoffnung für “Gottschalk Live” wäre also eine Gnadenfrist. Die WDR-Chefin und derzeitige ARD-Vorsitzende Monika Piel soll sich während der Schaltkonferenz nachdrücklich dafür eingesetzt haben, dem neuen Konzept von “Gottschalk Live” eine Chance zu geben. Sie und WDR-Fernsehdirektorin Verena Kulenkampff hätten der “Gottschalk Live”-Mannschaft bereits am Montag nach der Sendung zum neuen Konzept telefonisch gratuliert. Es liegt nun in der Hand der ARD-Intendanten, ob sie Thomas Gottschalk noch eine letzte Chance mit seiner Vorabendshow geben.

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