Hirst-Boykott: Monopol druckt weiße Bilder

Publishing Diese Form des Presse-Protestes kannte man bislang nur aus Interviews: Schon mehrfach druckte ein Blatt lediglich die Fragen, ohne die dazu gehörigen Antworten, um seine Missbilligung wegen zu massiver Autorisierungswünsche auszudrücken. Monopol hat diese Form des Widerstandes nun auf die eigene Fotosprache übertragen und zeigt in seiner Titelgeschichte über Damien Hirst nur weiße Fläche statt der Bilder des Künstlers – aus Protest gegen wegen massive Eingriffsversuche des Hirst-Studios.

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In der kommenden Ausgabe von Monopol (EVT 22. März) ist dem erfolgreichsten britischen Künstler der Gegenwart die Titelgeschichte gewidmet. Anlässlich der großen Hirst-Retrospektive in der Tate Modern in London produzierte die Redaktion ein Pro und Contra. Die Rechte an den Bildern, die in der Strecke gezeigt werden sollten, liegen beim Studio von Hirst und das war wiederum nur dann bereit einen Abdruck zu erlauben, wenn Monopol den Engländern die vollständigen Artikel vorgelegt hätte.

„Wir haben uns entschieden, die Gestaltung der Seiten beizubehalten – inklusive der unveränderten Texte unserer Autoren“, sagt Holger Liebs, Chefredakteur von Monopol. „Wir haben die entstandenen Lücken nicht kaschiert, sondern sichtbar gelassen.“ Für die Berliner ist dieser Vorgang einzigartig in der Geschichte des Magazins „Dass das Unternehmen eines Künstlers unsere redaktionelle Berichterstattung kontrollieren will, bevor es die Bilder zum Abdruck freigibt, überschreitet eine Grenze“, sagte der Chefredakteur.

Ohne Bilder: Eine Doppelseite aus der Hirst-Titelgeschichte von Monopol

Geschäftsführer Rudolf Spindler bemüht in diesem Fall sogar die Pressefreiheit, die für das Magazin „essenziell“ sei. „Deshalb können wir ein solches Verhalten gegenüber unserer Redaktion nicht akzeptieren.“

In den weißen Flächen, die nun anstatt der Bilder in der Strecke sind, druckte die Redaktion lediglich eine kurze Erklärung, was eigentlich auf den Abbildungen zu sehen wäre.

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