Geht Mashable für 200 Millionen an CNN?

Publishing Es sieht nach der ersten großen Übernahme in der Internet-Landschaft 2012 aus. Der Nachrichtendienst Reuters berichtet, dass CNN das boomende Techportal Mashable übernehmen wolle – für immerhin 200 Millionen Dollar. Das wäre ein stolzer Preis: Vor eineinhalb Jahren ging der Blog-Rivale Techcrunch für ein Achtel der kolportierten Summe an AOL. Die Akquisition ist gleichfalls ein abschreckendes Beispiele einer Portal-Übernahme: Techcrunch verlor in den Folgemonate fast das gesamte Führungsteam.

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Man kann sich Pete Cashmore als glücklichen Mann vorstellen. Der tatsächlich erst 26-jährige Schotte zählt nicht nur zu den begehrtesten Junggesellen des Silicon Valleys – er ist auch dank seines Techportals Mashable mehrfacher Millionär. Glaubt man Presseberichten, dürften es bald ein paar Millionen mehr werden.

Wie der Blogger Felix Salmon für die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, will CNN das boomende Webportal, das über die News aus der Internetbranche informiert, für satte 200 Millionen Dollar übernehmen. Der Deal soll bereits am morgigen Dienstag verkündet werden, berichtet Reuters.

Achtfacher Kaufpreis von Techcrunch?

Doch Zweifel an der Übernahme bestehen – sowohl im Zeitfenster als auch im Preis.  USA Today will erfahren haben, dass CNN "weder heute noch morgen noch im Laufe dieser Woche" etwas zu verkünden habe. Nach Berichten von Techcrunch habe CEO Pete Cashmore, der Mashable mit 19 Jahren in Aberdeen gründete, seinem Team mitgeteilt, dass an den Gerüchten so nichts dran sei – doch das muss bekanntlich nicht viel heißen.

Die New York Times berichtet weiter, Mashable und CNN würden sich in Gesprächen befinden, die aber noch scheitern könnten. Ein Knackpunkt könnte der kolportierte Kaufpreis von 200 Millionen Dollar sein. Die Summe erscheint ziemlich üppig berechnet, ging doch der große Rivale TechCrunch im September 2010 für lediglich 25 Millionen Dollar an AOL. 

Bewertung mit Zehnfachem des Umsatzes?

Andererseits war sich der frühere Internet-Gigant auch nicht zu schade, für das Blogkonglomerat Huffington Post wenige Monate später 315 Millionen Dollar auf den Tisch zu legen. Legt man die Umsatzentwicklung zugrunde, erscheint der mögliche Kaufpreis für Mashable daher nicht völlig abwegig. 

Seinerzeit setzte die Huffington Post 30 Millionen Dollar im Geschäftsjahr um, wurde also mit dem Zehnfachen des Umsatzes bewertet. Ähnlich sieht es nun bei Mashable aus: Nach Informationen vom Blogkonglomerat Business Insider könnte auch Pete Cashmores Portal im vergangenen Jahr Umsätze in dieser Größenordnung erzielt haben.

TechCrunch als abschreckendes Beispiel

Geht der Deal durch, hätte der US-Nachrichtengigant CNN sein Webangebot drastisch gestärkt. Mashable ist mit 20 Millionen Lesern im Monat das erfolgreichste Tech-/Social Media-Portal. Cashmores Twitter-Account, auf dem die News von Mashable zirkulieren, bringt es alleine auf 2,7 Millionen Follower.

Bleibt die Frage, ob dem Angebot und den Lesern die Übernahme durch einen Medienriesen gut täte. Die Akquisition von TechCrunch durch AOL kann eher nicht als Vorbild gelten: Binnen eines Jahres verlor das Techportal nach einer Fehde mit der neuen Content-Chefin Arianna Huffington Gründer Mike Arrington und fast die gesamte Führungsrige. Die Seniorreportin Sarah Lacy etwa hat inzwischen ihr eigenes Portal PandoDaily gelauncht.

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