Sarah Kuttner: „Es ist kein Abstieg für mich“

Fernsehen Ein Mix aus Reportermagazin und Personality-Show und dazu noch ein "Angriff auf die allgemeine Gleichgültigkeit" - von der Generation 30+ für die Generation 30+ produziert. Sarah Kuttner hat sich mit "Bambule", das ZDFneo am Donnerstag ausstrahlt, viel vorgenommen. Im MEEDIA-Interview verrät die Moderatorin, warum die Show kein Studio braucht, was die Sendung so besonders macht und warum ein Job bei einem Spartesender für sie kein Abstieg ist.

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Frau Kuttner, Sie machen ab Donnerstag "Bambule". Wie kam es dazu?
Die Sendung war bereits da. ZDFneo ist auf mich zu gekommen – mit einer Art Mood-Trailer. Das waren sieben Minuten mit einem Platzhalter für mich, der die Sendung moderiert hat. Damit hat man mir die Anmutung der Sendung gezeigt, und ich fand es irre und habe gesagt: "Das möchte ich gerne unbedingt machen."
Worum geht es bei "Bambule"?
Thema der ersten Sendung ist der "Moderne Mann". Denn der bekommt in letzter Zeit, zumindest was Feuilletons angeht, ziemlich häufig auf die Nüsse. Da steht häufig, dass die neuen Männer nur Softis, Weicheier und über-angepasste Frauenversteher seien. Damit beschäftigen wir uns."
Wie können sich die Zuschauer die erste Sendung vorstellen?
Wir fragen Männer auf der Straße, treffen Lars Eidinger zum Interview, der in dem Film "Alle Anderen" genau so einen Mann gespielt hat. Jemand ruhigen, angepassten, der dann entdeckt, dass eine gewisse Härte ihm auch gut steht. Dann hat er sich total verändert und ist ein harter Kerl geworden. Außerdem sprechen wir mit einem Mann, der für das Bundesforum im Bereich Männer-Förderung arbeitet und sich für die Interessen von Männern einsetzt. Außerdem haben wir eine Reportage über Hooligans, bei denen man im ersten Augenblick fragen könnte: "Sind das die echten Männer, weil die noch ordentlich austeilen?"
Wo wird gedreht?
Es gibt kein Studio. Weil ich im Grunde dauernd auf dem Weg von einem Interviewpartner zum nächsten bin. Wir fanden das schöner und sexier, es auf der Straße spielen zu lassen. Es gib also keine klassischen Moderationen, in denen ich vor einem Fernseher stehe und sage: "Jetzt ein Beitrag über Hooligans", sondern die Sendung hat einen Fluss, und ich beschäftige mich persönlich mit den Themen und mache mir Gedanken darüber.
ZDFneo ist ein Spartsender. Ein Abstieg für Sie, wo Sie zuvor noch für die ARD gearbeitet haben?
Nein. Es ist kein Abstieg für mich. Ich hab auch viel für den SWR und 3Sat gearbeitet. Das sind ja tendenziell kleine Sender. Da war ich schon immer recht leidenschaftslos, was den Sender angeht, bei dem ich arbeite. Ich freue mich, wenn jemand das macht, was ich selber für gut halte. Da bin ich dann nicht karriereorientiert genug, um zu sagen "nähh, dass ist mir zu klein".
Hintergrund zur Sendung:
Unterstützung bekommt Kuttner von Reporterin Johanna Maria Knothe, deren "Jagdgebiet" das politische Berlin ist. Die Redaktion will Themen aus Gesellschaft, Politik und Kultur aus Sicht der Generation 30+ behandeln. "Das Magazin stellt Fragen und zeigt Haltung. Dabei verknüpft das Format unterhaltsame Interviews mit investigativen Reportagen und spielt auf dem schmalen Grat zwischen Spaß und Ernst. ‚Bambule – das Magazin‘ will informieren, polarisieren und unterhalten", heißt es in der Ankündigung des Senders. ZDFneo strahlt "Bambule" jeweils donnerstags ab 21.45 Uhr aus.

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