Apple: Kein Geld für Aktionäre

Mit extremer Spannung wurde die Aktionärsversammlung des wertvollsten Konzerns der Welt erwartet – die erste, die Tim Cook als regulärer CEO leitete. Apples neuer starker Mann hatte manch selbstbewusste Botschaft für Aktionäre – nur nicht die, auf die Anleger und Analysten gewartet hatten. Cook hatte weder eine Dividende noch ein Aktienrückkauf-Programm – und erst recht keinen Aktiensplit zu verkünden. Anlegern war das egal: Die Apple-Aktie selbst ist der Star – sie stieg auch gestern weiter.

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Mit extremer Spannung wurde die Aktionärsversammlung des wertvollsten Konzerns der Welt erwartet – die erste, die Tim Cook als regulärer CEO leitete. Apples neuer starker Mann hatte manch selbstbewusste Botschaft für Aktionäre – nur nicht die, auf die Anleger und Analysten gewartet hatten. Cook hatte weder eine Dividende noch ein Aktienrückkauf-Programm – und erst recht keinen Aktiensplit zu verkünden. Anlegern war das egal: Die Apple-Aktie selbst ist der Star – sie stieg auch gestern weiter.

Neuer Tag, neuer Showdown: Keine 24 Stunden, nachdem Apple im Streit um die Namensrechte des iPad einen Etappensieg errungen hatte, musste sich der neue Vorstandschef seinen Aktionären stellen und Anlegern und Bankvertretern Antworten auf drängende Fragen geben. 
Und die bekamen sie: Im Jahr eins nach dem Tod von Steve Jobs präsentierte sich Tim Cook wie schon in der vorvergangenen Woche auf der Investorenkonferenz von Goldman Sachs als gereifter Unternehmenslenker, der keinen Zweifel am Selbstbewusstsein des wertvollsten Unternehmens der Welt ließ.

Cash-Reserven mit nur 0,77 Prozent verzinst

"Wir hatten ein unglaubliches Jahr", ließ Cook noch einmal die erfolgreichsten zwölf Monate in Apples Unternehmenshistorie Revue passieren – ein Jahr, in dem Apples Geldspeicher in Cupertino um mehr als 30 Milliarden Dollar angeschwollen waren. Mehr als 98 Milliarden Dollar hortete der Computerpionier, der 1996 am Rande der Pleite stand, per 31.12. letzten Jahres – so viel wie kein anderes Unternehmen der Welt.

Keine Frage, dass so viel Bargeld Begehrlichkeiten bei Aktionären weckt – erst recht, wenn es nur zu Mickerzinsen angelegt wird: gerade mal 0,77 Prozent betrug die Rendite im vergangenen Geschäftsjahr, sehr un-Apple-like. Was also tun mit dem ganzen Geld – das war die drängendste Frage der gestrigen Aktionärsversammlung.

"Haben mehr Geld, als wir für unser Tagesgeschäft brauchen"

Tim Cook beantwortete sie wie schon zuvor auf diversen Conference Calls: Seine Einstellung zur Verwendung des Bargelds sei "nicht religiös", hatte Cook bei Bekanntgabe der letzten Quartalsergebnisse erklärte – eine Einschätzung, die Anleger von einer Bargeld-Ausschüttung, einer (Sonder-)Dividende träumen ließ.
Doch nichts da, Cook hatte nichts zu verkünden: "Ich bin der Erste, der zugibt, dass wir mehr Geld haben, als wir für unser Tagesgeschäft brauchen",  erklärte der Apple-CEO. "Wir haben sehr tief greifend über die Bargeldbestände nachgedacht und befinden uns in aktiver Diskussion mit  unserem Aufsichtsrat. Wir wollen das Beste im Sinne unserer Anleger tun." Doch was das sein könnte, bleibt offen. Die Entscheidung ist also aufgeschoben.

Steve Jobs hatte vor zwei Jahren noch betont, man wolle das Kapital auf der hohen Kante liegen lassen, um es einsetzen zu können, wenn sich einmal eine große Übernahmegelegenheit biete. Davon war aktuell nicht die Rede, obwohl am Abend noch die Akquisition der App-Suchmachine Chomp bekannt wurde, die allerdings aus der Portokasse bezahlt werden dürfte. Cook betonte zugleich, Apple würde Milliarden für die Zulieferer und den Ausbau der Apple Stores benötigen.

Neue Allzeithochs nach Nonevent

Auch ein Aktienrückkauf sei aktuell kein Thema, machte der Apple-Vorstand deutlich – ebenso wenig wie ein Aktiensplit, über den im Vorfeld immer wieder spekuliert wurde. Cook gab ihm sogar in ungewohnt deutlicher Form eine Absage: "Wir reden über alles, was im Sinne unserer Aktionäre ist. Bei einem Split ist das allerdings nicht so klar." 

Der 51-jährige Apple-Chef führte an, dass Untersuchungen ergeben hätten, dass die Aktie nach einem Split kurzfristig zwar mit einem Kurssprung reagiere, nur um die Aufwärtsbewegung später wieder rückgängig zu machen. Am Ende sei also nichts gewonnen.

Anleger reagierten unterdessen auf das Nonevent der Aktionärsversammlung mit Achselzucken: Entgegen der Befürchtung, ohne neue Impulse durch die Barreserven könnte der zuletzt heiß gelaufenen Aktie die Luft ausgehen, schickten Anleger die Anteilsscheine um weitere drei Dollar nach oben – auf 516 Dollar, ein neues Allzeithoch per Schlusskursbasis.

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