Musik vor Gericht: Gema vs. YouTube

Fernsehen Vor dem Hamburger Landgericht streiten seit Donnerstag die Verwertungsgesellschaft Gema und die Google-Tochter YouTube. Streitpunkt ist die Frage, wann YouTube bei bestimmten urheberrechtlich geschützten Musikvideos, die unberechtigt auf die Plattform geladen werden, einschreiten und löschen muss - nachdem das Stück hochgeladen wurde und bereits (wenn auch nur kurz) zu sehen war, oder unmittelbar nach dem Hochladen. Eine Entscheidung soll am 20. April fallen.

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Das Filtersystem von YouTube, Content-ID, sei laut den Google-Anwälten "perfekt", um Videos zu löschen oder über die Einblendung von Werbung Einnahmen zu erzielen, heißt es bei focus.de. Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) hingegen zweifelt an dem System, denn vor allem sei die Erkennung von Live-Videos nicht effizient genug.
Der Rechtsstreit dreht sich konkret um zwölf Musikstücke, die YouTube niemals, auch nicht nur für kurze Zeit, hätte zeigen dürfen, fasst Spiegel Online den Streitfall zusammen. Die Gema verlangt von dem Videoplattform-Betreiber, dass Titel nicht erst nachträglich gelöscht werden, sondern sofort beim Hochladen geprüft werden sollen. Eine Vorprüfung sei bei der Menge an Videos, die täglich online gestellt werden, aber unzumutbar, so YouTube. Die Verwertungsgesellschaft könnten im Einzelfall über die Content-ID selber löschen. Das hält die Gema wiederum für unzumutbar, denn ihr Repertoire umfasst acht Millionen Titel.

Der Streit zwischen GEMA auf der einen und YouTube und anderen Musikplattformen ist kein neuer – seit Jahren gibt es einen Dissens über den Umgang mit Urheberrechten – und vor allem darüber, wie das Abspielen von Musikstücken und Videos über diese Plattformen vergütet werden soll.

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