Mitarbeiteraktien sorgen für Zynga-Verluste

Es ist wohl die bemerkenswerteste Erfolgsstory eines Internet-Unternehmens 2012: die Kursrallye des Online Games-Anbieters Zynga. Um mehr als 50 Prozent liegt das Papier seit Anfang des Jahres vorne – befeuert in erster Linie durch die Fantasie des Facebook-IPOs. Nun kommen eigene Daten hinzu – und die schmecken Aktionären nicht besonders: Zynga hat im Zuge des eigenen Börsengangs kräftig Geld verloren. Allerdings nur aufgrund von Bilanzierungsstandards für Mitarbeiteraktien.

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Es ist wohl die bemerkenswerteste Erfolgsstory eines Internet-Unternehmens 2012: die Kursrallye des Online Games-Anbieters Zynga. Um mehr als 50 Prozent liegt das Papier seit Anfang des Jahres vorne – befeuert in erster Linie durch die Fantasie des Facebook-IPOs. Nun kommen eigene Daten hinzu – und die schmecken Aktionären nicht besonders: Zynga hat im Zuge des eigenen Börsengangs kräftig Geld verloren. Allerdings nur aufgrund von Bilanzierungsstandards für Mitarbeiteraktien.
Die Erwartungen sind zuletzt gen Himmel geschossen: Binnen nur einer Woche explodierte die Zynga-Aktie um unglaubliche 57 Prozent auf ein neues Allzeithoch bei 14,46 Dollar. Mehr als einen Monat war Zynga zuvor unter dem Ausgabekurs herumgedümpelt. 
Dann erfolgte Facebooks Börsenzulassungsantrag – und mit ihm die Einsicht, dass der Online Spiele-Anbieter einen größeren Anteil am Umsatzwachstum des Social Networks einnimmt als bislang erwartet. Seit dem steht die Zynga-Aktie hoch im Kurs. So auch im Handelsverlauf, als das fünf Jahre alte Internet-Unternehmen in Erwartung  starker Quartalszahlen noch einmal auf neue Allzeithochs schoss. 
Umsätze über Wall Street-Erwartungen
Nach Handelsschluss herrscht jedoch Ernüchterung. Die Zynga-Aktie ist abgestürzt. Schuld daran sind die ersten veröffentlichten Quartalsergebnisse seit dem Börsenlisting. Dabei liest sich die Bilanz auf dem ersten Blick keinesfalls enttäuschend – die Analystenerwartungen wurden gleich doppelt geschlagen.
So konnte der Anbieter von Online-Spielen wie CastleVille und MafiaWars im abgelaufenen Quartal Umsätze in Höhe von 311 Millionen Dollar einfahren. Das entsprach einem Plus von 59 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Wall Street hatte lediglich mit Erlösen in Höhe 302 Millionen Dollar gerechnet.
Aktienoptionsprogramm belastet
Auch die Gewinnentwicklung fiel besser aus als erwartet – zumindest auf den ersten Blick. Statt wie erwartet 3 Cents je Anteilsschein verdiente Zynga 5 Cents oder 37 Millionen Dollar nach Non-GAAP-Bilanzierungsstandard. Das Nettoergebnis indes sieht ziemlich schockierend aus: Ein Minus von 435 Millionen Dollar schlägt zu Buche.
Zum Verhängnis wird Zynga dabei der GAAP-Bilanzierungsstandard, nach dem Aktienoptionsprogramme für Mitarbeiter im Rahmen eines Börsengangs als zusätzliche Aufwendungen gesondert verbucht werden – der Posten schlug allein mit 510 Millionen Dollar zu Buche. Beim happigen Verlust handelt es sich also um Einmaleffekte.
Doch auch die laufenden Geschäfte bereiten Aktionären offenbar leichtes Kopfzerbrechen: So rechnet Zynga im Gesamtjahr 2012 mit einem Ebitda von 390 bis 440 Millionen – die Analysten von Morgan Stanley hatten aber 465 Millionen Dollar prognostiziert. Aktionäre reagierten entsprechend enttäuscht – und schickten die Zynga-Aktie nachbörslich um sieben Dollar auf 13,35 Dollar unten. Seit dem Börsengang bleibt damit aber immer noch ein stattliches Plus von 33 Prozent.

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