Das Hashtag-Harakiri der EVAGler

Publishing Die Essener Verkehrs AG (EVAG) hat am eigenen Leid erfahren, was der Anglizismus des Jahres 2011, Shitstorm, bedeutet. In einem Tweet wollten die Essener den Hashtag #evag verbieten. Die Twitter-User stiegen auf die Barrikaden und überfluteten den Evag-Account mit Kommentaren. Der Hashtag hat es sogar auf Platz eins der deutschen Twitter-Trends geschafft. Die Verkehrsgesellschaft nimmt es mit Humor und spricht von unbewusstem Guerilla-Marketing, entschuldigt sich aber trotzdem via Twitter.

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"Bitte keine hashtag-Nennungen mit der EVAG bitte. Letzte Warnung. *t", das twitterte die Essern Verkehrs AG am späten Dienstagabend. Die Tweet-Drohung richtete sich an die VRR-Fanpage. Ein Twitter-Account, der sich über den öffentlichen Nahverkehr im Ruhrgebiet lustig macht. Da die EVAG des Öfteren dort nicht gerade positiv erwähnt wird, fühlte man sich offensichtlich beleidigt und schickte eine "letzte Warnung" in Richtung der VRR-Fanpage.
Daraufhin startete die Netz-Gemeinde einen Ansturm der Anfeindungen und Lächerlichkeiten auf den Twitter-Account der EVAG. Unter anderem lieferte das ZDF folgenden Tweet ab: "Neee, wir machen so einen Quatsch nicht mit 😉 RT @Die_EVAG: Komm ich jetzt ins Fernsehen? @zdf #EVAG". Andere Nutzer zwitscherten beispielsweise: "Wenn noch einmal jemand was mit #evag twittert, lösche ich das Internet. Letzte Warnung!" oder: "#evag-uiert. Lieber einen guten Hash-Keks, als ÖPNV mit Mehrwertbestrebungen ohne Zusatznutzen. Kapitalvermehrung ist nicht Kerngeschäft." Auch Bundespräsident Christian Wulff durfte natürlich nicht fehlen: "Fährt #wulff eigentlich mit der #evag?".
Die Essener entschuldigten sich Mittwochmorgen dann in zwei Tweets für die dumme Formulierung: "@all: Sorry, gemeint war wirklich nur Twitterer VRR Fanpage. #hasttag-Nennung. Grund: beleidigende Inhalte vgl. #Tweets. *t" und: Generell wollen wir natürlich kein #Verbot aussprechen. Dumm formuliert, sorry! *t".
Auf Nachfrage von derwesten.de erklärte EVAG-Sprecher Olaf Frei: "Das war eine sehr clevere Strategie des unbewussten Guerilla-Marketings von uns." Man habe den Hashtag #evag aber natürlich nicht verbieten wollen.

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