Pinterest: Social Network für Bilderhungrige

Publishing Seit einigen Wochen taucht Pinterest immer wieder im Social Web auf. Ursprünglich als Portal für Einkaufstipps gestartet, hat sich die Webseite innerhalb weniger Monate zum beliebten Social Network entwickelt. Das Time Magazine wählte die Pinterest sogar zu den 50 beliebtesten Webseiten des Jahres. Laut Alexa zählt das Portal bald zu den hundert meistbesuchten Webseiten der Welt. Aber was ist Pinterest überhaupt? Warum ist es so erfolgreich? MEEDIA beantwortet die wichtigsten Fragen.

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Gestartet war Pinterest bereits 2010 als Social-Shopping-Dienst. Die User konnten eigens Sammlungen von Fundstücken aus dem Web zusammenstellen, auf die wiederum andere User zugreifen konnten, um ausgewählte Produkte weiterzuempfehlen oder in ihre Sammlung zu übernehmen. Das geschieht entweder über einen sogenannten “Repin”-Button, der ein Bild oder Video auf der eigenen Pinnwand “anheftet”, oder den Like-Button.

Doch im vergangenen Jahr entwickelte sich Pinterest immer mehr zu einem Social Network für Bilderhungrige. Denn auf der Webseite lassen sich nur Bilder und Videos teilen. Der Fokus liegt nicht auf dem Kommentieren dieser Inhalte. Was interessiert, ist der virale Gedanke: Gefällt mir ein Bild, teile ich es weiter. User haben die Möglichkeit, Sammlungen, auch “Boards” genannt, zu bestimmten Themen anzulegen – etwa zu Haaren, Gebäck oder Eulen. User können diese Boards wiederum abonnieren oder dem Betreiber folgen. In seiner Bilderflut erinnert die Seite ein wenig an die Stickeralben, in die man sich als Kind stundenlang vertiefen konnte. Gerade diese teils chaotische Bilderflut scheint den Reiz von Pinterest auszumachen. Man ertappt sich schnell dabei, wie man von einem Board zu anderen springt, Bilder liked, kommentiert oder an sein eigenes Board pinnt und dabei schnell die Zeit vergisst.

So können Pinterest-Nutzer untereinander gemeinsame Interessen und Hobbies teilen – in Form von Bildern und Videos. Also mit dem bewussten Verzicht auf Freundeslisten, Circles, Feeds oder Social-Plugins. Vor allem dieser Mangel an Features scheint die Web-Gemeinde zu begeistern. In den USA ist Pinterest bereits auf dem besten Weg, zu den zehn beliebtesten Social Networks zu avancieren.

Nun dürfte sich für deutsche Medienhäuser die Frage stellen: Ist Pinterest von Belang für uns? Die knappe Antwort: momentan wohl kaum. Denn das ungewöhnliche Social Network bietet keinerlei Premium-Funktionen für Unternehmen, ein Geschäftsmodell ist bislang nicht erkennbar. Das größte Problem dürfte zweifellos der nicht geregelte Schutz von urheberrechtlich geschütztem Material sein.

Pinterest bittet seine Nutzer zwar, beim Posten von Bildern und Videos die Quellen zu nennen. Ob andere User, die die Inhalte weiterverteilen ebenso sorgfältig vorgehen, ist allerdings nicht geregelt. Medienhäuser hätten somit nur begrenzte Kontrolle darüber, wie mit ihren Inhalten umgegangen wird.

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