Springer trennt sich von Rolling Stone-Chef

Publishing Vorläufiges Ende eines "Wandlungsprozesses": Seit Rainer Schmidt, 47, vor zwei Jahren die Chefredaktion von Springers Rolling Stone übernahm, war er stets bemüht das Musikmagazin für neue Themen wie Politik und Malerei zu öffnen. Jetzt verlässt Schmidt, wie MEEDIA aus sicherer Quelle erfuhr, allerdings das Blatt. Sein Nachfolger wird Sebastian Zabel, 47, bislang Vize der Berliner Morgenpost. Auch der ebenfalls von Schmidt geführte Musikexpress bekommt einen neuen Chefredakteur.

Werbeanzeige

Beim Musikexpress wird Severin Mevissen Chefredakteur, der mehr als zwei Jahrzehnte als Autor für verschiedene Magazine tätig war und lange in New York und Hollywood lebte. Auch Zabel hat einschlägige Erfahrung vor seiner Zeit bei Springers Hauptstadtzeitung sammeln können; er gehörte Anfang der 90er Jahre zur Redaktion der legendären Musikzeitschrift Spex.
Als Rainer Schmidt im Januar 2010 die Chefredaktion von Springers Musiktiteln übernahm, setzte er auf einen Kurs der Öffnung. Das Magazin sollte auch Schauplatz gesellschaftlicher und politischer Debatten werden, ganz nach der Tradition des US-Vorbilds in den 70er Jahren. Schmidt hatte zuvor als Stellvertretender Chefredakteur der Max (Verlagsgruppe Milchstrasse), danach bei Park Avenue (G+J) und Vanity Fair (Condé Nast). Die genauen Zukunftspläne des 47-Jährigen sind noch nicht bekannt. Laut Pressemitteilung will er sich neuen Aufgaben widmen.
Musikexpress und Rolling Stone liegen bei der verkauften Auflage derzeit nahezu gleichauf. Der Musikexpress verkaufte sich laut IVW im vierten Quartal 52.841 mal pro Ausgabe, der Rolling Stone 51.299 mal. Während der Musikexpress damit leicht über dem Vorjahr lag, verlor der Rolling Stone mehr als 4.000 Käufer.
In den beiden wichtigen Auflagenkategorien Abo und Einzelverkauf zeigen die Pfeile für beide Titel leicht nach unten. Hier liegt der Rolling Stone mit 14.322 Abonnenten und 20.402 Kiosk-Käufern klar vor dem Musikexpress (7.382 / 18.903). Im Werbemarkt konnten beide Magazine 2011 zulegen: Der Rolling Stone um 8,6% auf brutto 2,811 Mio. Euro, der Musikexpress um 3,9% auf 2,690 Mio.

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige