iPhone-Boom: Apple mit Fabel-Quartal

Was ist nicht alles von Apple im Weihnachtsquartal erwartet worden: 30 Millionen verkaufte iPhones? 32 Millionen? Vielleicht sogar 35 Millionen Stück? Selbst die kühnsten Analystenschätzungen wurden vom Kultunternehmen aus Cupertino nach Handelsschluss pulverisiert: 37 Millionen iPhones wurden tatsächlich in den 92 Tagen zwischen Anfang Oktober und Ende Dezember abgesetzt. Fast selbstverständlich vermeldete Apple damit neue Umsatz- und Gewinn-Rekorde. Die Dimensionen sind indes mehr als bemerkenswert.

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Was ist nicht alles von Apple im Weihnachtsquartal erwartet worden: 30 Millionen verkaufte iPhones? 32 Millionen? Vielleicht sogar 35 Millionen Stück? Selbst die kühnsten Analystenschätzungen wurden vom Kultunternehmen aus Cupertino nach Handelsschluss pulverisiert: 37 Millionen iPhones wurden tatsächlich in den 92 Tagen zwischen Anfang Oktober und Ende Dezember abgesetzt. Fast selbstverständlich vermeldete Apple damit neue Umsatz- und Gewinn-Rekorde. Die Dimensionen sind indes mehr als bemerkenswert. 
Alle drei Monate geht das Spiel wieder von vorne los: Gut wird das Apple-Quartal ausfallen, keine Frage – aber wie gut nun tatsächlich? Dass Apple als mit Abstand wertvollster Technologie-Konzern der Welt längst in einer eigenen Liga spielt, ist bekannt. Aber wird es reichen, um den turmhohen Wall Street-Erwartungen gerecht zu werden?

Je näher das Quartal rückte, desto mehr wurden die Schätzungen nach oben gestuft. 9,30 Dollar je Aktie oder knapp 9 Milliarden Dollar würde Apple wohl verdienen, gab Finanzchef Peter Oppenheimer Aktionären Ende Oktober als Ausblick auf das laufende Quartal mit auf den Weg.

Da Apple mit seiner eigenen Prognose gewöhnlich konservativ agiert, legten die Analysten die Latte immer höher – bei einem Gewinn je Aktie in Höhe von 10,07 Dollar bei Umsätzen von 38,76 Milliarden Dollar lagen die Schätzungen schließlich kurz vor Bekanntgabe der ersten Unternehmensergebnisse des neuen Fiskaljahres.

Ein Quartal für die Geschichtsbücher: Gewinn explodiert um 118 Prozent auf über 13 Milliarden Dollar 

Und was lieferte Apple? Ein schier unglaubliches Quartal, in dem der wertvollste Technologiekonzern der Welt tatsächlich 46,33 Milliarden Dollar erlöste und 13,1 Milliarden Dollar oder 13,87 Dollar je Aktie verdiente. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entsprach das einem Umsatzzuwachs von 73 Prozent und einer Gewinnexplosion von 118 Prozent!

Zum Treiber der bemerkenswerten Geschäftsentwicklung wurde einmal mehr das iPhone. Was Analysten offenkundig bei ihren Schätzungen vergessen hatten: Es handelte sich um das erste Weihnachtsquartal der Unternehmensgeschichte, in dem die wichtigste Konzernsparte runderneuerte wurde.

Mitte Oktober gelangte das neue iPhone 4S schließlich in den Handel und sorgte für einen regelrechten Nachfrage-Boom. Alle drei iPhone-Generationen zusammengerechnet, verkaufte Apple in den 92 Tagen zwischen Anfang Oktober und Ende Dezember sensationelle 37 Millionen Stück – ein Plus 128 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Amazons Kindle Fire keine Konkurrenz fürs iPad

Mit einem Anteil von 53 Prozent an den gesamten Konzernerlösen war ein neues Rekordquartal damit sicher. Doch auch die anderen Sparten übertrafen die Erwartungen: Apple setzte 15,4 Millionen iPads ab – das sind 111 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Von der viel befürchteten Billig-Konkurrenz durch Amazons Kindle Fire keine Spur, wie CEO Tim Cook im Conference Call bestätigte.

Die Computer-Sparte legte um 26 Prozent auf 5,2 Millionen verkaufte Macs zu, das iPod-Segment sank erwartungsgemäß um 21 Prozent auf 15,4 Millionen abgesetzte Apple-MP3-Player. "Wir freuen uns riesig über unsere herausragenden Ergebnisse und die Rekordverkäufe bei iPhones, iPads und Macs," kommentierte Cook Apples erste Quartalsergebnisse unter seiner Regie.

"Aktive Diskussion über Einsatz der Barreserven"
 
Gleichfalls machte Cook Anlegern und Apple-Fans Hoffnung auf einige interessante Neuerungen im Laufe des Jahres: "Apples Momentum ist unglaublich stark, und wir haben einige fantastische neue Produkte in der Pipeline." Welche das sein könnten, kommentierte der 51-Jährige nicht.

Im Conference Call deutete Cook indes auf Analystenanfrage an, dass es künftig eine Veränderung im Umgang mit den enormen Barmitteln geben könnte, die Apple hortet. Bis 97,6 Milliarden Dollar sind Cash-Reserven inzwischen angeschwollen. "Wir sind uns des wachsenden Cash-Bestandes bewusst", erklärte Cook auf Nachfrage des Bernstein Research-Analysten Toni Sacconaghi – "wir diskutieren das aktiv."

In anderen Worten: Eine Dividendenausschüttung oder ein Aktienrückkaufprogramm, von dem Steve Jobs nie begeistert war, scheint möglich. Cook betonte jedoch gleichfalls: Man habe derzeit nichts anzukündigen.  
Anleger schicken Aktie um 8 Prozent nach oben

Der Ausblick auf die laufenden Geschäfte fiel unterdessen ebenfalls besser aus erwartet: Apple rechnet nunmehr im ersten Kalenderquartal, dem zweiten des Geschäftsjahres, mit Umsätzen von 32,5 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 8,50 Dollar je Aktie. 

Anleger reagierten begeistert auf das neue Zahlenwerk des iPhone-Herstellers und schickten die Aktie im nachbörslichen Handel in der Spitze um fast 10 Prozent auf neue Allzeithochs bei 460 Dollar, ehe Gewinnmitnahmen einsetzten. Die Anteilsscheine von Apple beendeten den nachbörslichen Handel schließlich bei 451 Dollar.

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