Das Werbechaos bei “Gottschalk Live”

Fernsehen Am Montagabend hatte die mit Spannung erwartete neue Show von Thomas Gottschalk, “Gottschalk Live”, im Vorabendprogramm der ARD ihre Premiere. Zuschauer und Web-Nutzer diskutierten hinterher weniger über die Sprüche des Moderators oder Studiogast Bully Herbig, sondern über die nervigen Werbeblöcke. Dass Werbung dazugehört, bestreitet niemand. Die Art und Weise, wie die ARD die Werbung hier einsetzt, macht aber die ganze Sendung kaputt.

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Egal welchen Kommentar im Internet man liest oder welche TV-Kritik – die überwältigende Mehrheit ist der Meinung, dass die ungeschickte Platzierung der Werbung bei “Gottschalk Live” die Sendung zerhackte, für manche geradezu ungenießbar machte. Zunächst gab es bei „Gottschalk Live“ zwei Werbeplätze für Einzel-Spots im so genannten Split-Screen-Verfahren. Das bedeutet, der Großteil des Bildschirms wurde von der Werbung eingenommen, in einem kleinen Fenster sah man Thomas Gottschalk weiter im Studio sitzen. Ein Countdown hat außerdem die Sekunden abgezählt, bis es mit der Sendung weiterging.

Später kam dann noch ein längerer Werbeblock, mit der ARD-Vorabend-typischen Werbemischung für Apothekenumschau und Husten-Medikamente, in den die Wettervorhersage eingebettet war. Der Start der beiden Split-Screen-Werbeplätze wurde jeweils durch anschwellende Musik innerhalb der “Gottschalk Live”-Sendung angekündigt – offenbar auch als Zeichen für Gottschalk, jetzt sofort das Gespräch abzuwürgen und zur Werbung oder zum Wetter plus Werbung überzuleiten.

Der Eindruck, der so entstanden ist, ist der einer zerhackten, fahrigen Sendung. Es ist auch ohne solche Hürden schwer genug, eine knappe halbe Stunde ohne Hektik mit Live-Programm zu füllen. Mit drei Unterbrechungen wird es fast unmöglich. Im Facebook-Chat nach der Sendung beschwerten sich prompt auch viele Teilnehmer über das Werbe-Hick-Hack. Gottschalk reagierte im Chat fast schon resigniert: “Sagen viele, aber was soll ich machen?”, schrieb er. Und auf die Frage, ob man die Werbe-Unterbrechungen nicht weglassen könne, antwortete er: “Von mir aus gerne, wenn ihr mehr Gebühren zahlen wollt.” Dabei ist gar nicht das Problem, DASS Werbung stattfindet, sondern WIE sie eingebunden ist.

In der Premiere wirkte vor allem das vorproduzierte Wetter samt Werbeblock wie ein Fremdkörper. Besser wäre es, Gottschalk selbst würde aus der Sendung heraus einen kleinen Dialog mit dem Wetter-Mann führen. Sollte das nicht möglich sein, packt die ARD das Wetter samt Werbung besser hinter die “Gottschalk Live”-Sendung. So wie es bei der Premiere lief, macht die ARD Gottschalk den Start für seine neue Show unnötig schwer.

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