Apple betritt digitalen Fachbuchmarkt

Keine ganz großen Überraschungen im New Yorker Guggenheim Museum: Apple hat wie erwartet den Einstieg in den Markt für Lehrbücher verkündet. Dafür wurde das Buchangebot iBooks in der Version 2.0 komplett überarbeitet: iPad- und iPhone-Nutzer können nun Angebote der führenden Fachbuchverlage - etwa Pearson, McGraw-Hill in den USA oder hierzulande Springer und Spektrum - erwerben oder selbst als iBooks-Autor aktiv werden. iTunes U soll Lehrern und Professoren zudem helfen, das Schul- und Universitätsangebot zu verbessern.

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Keine ganz großen Überraschungen im New Yorker Guggenheim Museum:  Apple hat wie erwartet den Einstieg in den Markt für Lehrbücher verkündet. Dafür wurde das Buchangebot iBooks in der Version 2.0 komplett überarbeitet: iPad-Nutzer können nun Angebote der führenden Fachbuchverlage – etwa Pearson, McGraw-Hill  in den USA oder hierzulande Springer und Spektrum – erwerben oder selbst als iBooks-Autor aktiv werden. iTunes U soll Lehrern und Professoren zudem helfen, das Schul- und Universitätsangebot zu verbessern.   

Es ist nicht wirklich der Jahresstart, der Apple-Aficionados vergangener Jahre nostalgisch werden lässt: Jahresbeginn, das bedeutete für Apple über ein Jahrzehnt Magie pur auf der Bühne des Moscone Centers in San Francisco. Steve Jobs betrat zur Keynote der turnusmäßigen Apple-Messe MacWorld Expo die Bühne und gewährte der Branche einen Einblick, was das Apple-Jahr zu bieten hatte. Als Ausrufezeichen oben darauf: Das ‚One more thing‘. 

Fünf Jahre ist es etwa her, als der Apple-Gründer das iPhone vorstellte, vier, als er das MacBookAir enthüllte – revolutionäre Produkte, die bis heute ihr Marktsegment dominieren. Dann wurde Steve Jobs krank, Apple wollte sich nicht länger in das Korsett von Produktankündigungen zum Jahresstart pressen lassen und verließ die eigene Mac-Messe. 2011 startete Apple mit einigem Understatement ins Jahr – mit der Kooperationsankündigung von Rupert Murdochs iPad-Zeitung The Daily.

Revolutioniert Apple den Lehrbuchmarkt?
2012 beginnt an selber Stelle: Wieder in New York, wieder im Guggenheim Museum. Auf der Bühne stehen Marketing-Vorstand Phil Schiller, Internet-Software-Vizepräsident Eddy Cue und  iWork-Chef Roger Rosner. Auch McGraw-Hill-CEO Terry McGraw wurde unter den Zuschauern gesichtet. Warum das?

Weil Apples Presseevent ganz im Zeichen der Buchbranche steht.  Genauer: der Lehrbuchbranche. 1,5 Millionen Mal sei Apples iPad bereits von Bildungseinrichtungen im Einsatz, erklärt Phil Schiller. Dabei könne gerade in Schulen so viel besser gemacht werden: "Wir brauchen einen Neustart", lässt Apple einen Lehrer im Video erklären.

iBooks 2.0: Store nun mit Sach- und Fachbuchangeboten

Der kommt natürlich von Apple. Bücher seien "großartig", aber eben zu unhandlich, nicht haltbar genug und nicht interaktiv, so Schiller. Deswegen schicke sich Apple an, nun die nächste Branche zu revolutionieren – den Lehrbuchmarkt für Schulen und Universitäten. Und das natürlich mit der jüngsten Produktgattung aus Cupertino – dem iPad.

Dafür hat Apple seine Bücher-App iBooks in der Version 2.0 generalüberholt und den Store um eine neue Kategorie ergänzt – eben Lehrbücher, die nun multimedial und interaktiv aufbereitet worden sind. Mit McGraw-Hill, Pearson und Houghton Mifflin hat Apple gleich drei der prominentesten Partner ins Boot geholt, die über 90 Prozent des Sach- und Fachbuchmarktes in den USA abdecken.

Der deutsche iBooks Store startet etwa mit Angeboten der Fachbuchverlage Springer, Spektrum oder dem VS Verlag in den Kategorien Medizin, Psychologie, Erziehungswissenschaft, Rechtswissenschaft, Technologie, Mathematik, Betriebswirtschaftslehre und Management, Sozialwissenschaft und Kommunikation.

Bildungsevent mit wenig Auswirkung an der Börse

Es bleibt indes nicht beim passiven Angebot: Apple launcht ebenfalls eine Applikation, um selbst zum Autor zu werden – iBooks Author heißt sie und kann Mac App Store (nicht iBooks Store) gratis heruntergeladen geladen werden. Das Design kann aus sechs Vorlagen ausgewählt und individuell gestaltet werden. In der Handhabung funktioniert iBooks Author ähnlich einfach und selbsterklärend wie Apples iWork-Angebote.

Als dritten und letzten Punkt der knapp einstündigen Präsentation stellte Eddy Cue eine Überholung der Lehrplattform iTunes U vor, mit der Vorlesungen, Sprachkurse, Filme oder Hörbücher zugänglich gemacht werden können. 700 Millionen Mal sei iTunes U bereits  heruntergeladen worden, erklärt Cue. Und damit schließt sich der Vorhang: iBooks 2.0, iBooks for Authors und iTunes U in neuer Version – so lauten die Puzzleteile von Apples Software-Offensive auf dem Bildungsmarkt.

Ob und welchen wirtschaftlichen Ertrag sie am Ende abwerfen, muss sie noch zeigen. Der Presseevent, von dem im Vorfeld ohnehin keine bahnbrechenden Impulse für die Aktie erwarten worden war, ließ Aktionäre komplett kalt. Anteilsscheine von Apple tendierten an der Wall Street in einem steigenden Marktumfeld weitgehend unverändert bei Kursen um 430 Dollar auf Allzeithochs.

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