Rollt Apple heute den Buchmarkt auf?

Publishing Tim Cook hat für den Donnerstagnachmittag ausgewählte Medienvertreter zu einem ausgewählten Event nach New York City eingeladen. Vorab gab sich der Konzern ungewohnt offen. Denn das Logo lässt ganz klar auf ein Bildungs-Event schließen. Die IT-Branche vermutet dahinter den Launch einer neuen Gattung sogenannter “Textbooks”. Damit könnte Cupertino einem seiner künftig größten Konkurrenten, Amazon, einen Zukunftsmarkt streitig machen. Die wichtigen Bausteine dafür hat Apple schon jetzt parat.

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“Nimm teil an unserem Bildungsevent im Big Apple”, ist auf dem Logo zu lesen, das das heutige Bildungsevent ankündigen sollte. Nicht nur mit der Ankündigung zeigt sich das sonst so um Geheimhaltung bemühte Unternehmen recht offen. Vorab scheinen immer mehr Details zur eigentlichen Keynote ans Tageslicht zu dringen.

So soll beispielsweise Roger Rosner, seit elf Jahren bei Apple und zuständig für Produktivitätstools wie iWork, laut Informationen des Wall Street Journals (WSJ) mit einem “Textbook”-Projekt auf das Event vorbereitet haben. Dahinter vermutet Blogger und Medien eine neue Gattung digitaler Bücher. Sowohl das WSJ als auch Ars Technica gehen außerdem unter Berufung auf Insider davon aus, dass Apple eine neue Plattform zum Selbstverlag vorstellen könnte.

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Was könnte das bedeuten: Bislang ist der Weg eines Buches ein langer – von der Idee über den Agenten über den Verlag, den Druck bis hin zum Vertrieb und erst dann zum Kunden. Der Selbstverlag, also die Möglichkeit, abseits von Großverlagen sein eigenes Werk über eine Plattform zu publizieren, gilt als einer der Zukunftsmärkte im Buchbusiness.

Amazon plant bereits einen solchen Service, bislang können aber nur ausgewählte Publizisten ihre Kurzgeschichten und Reportagen als “Kindle Singles” anbieten. Für Apple würde sich der Schritt in dieses Business lohnen. Denn der Konzern aus Cupertino hat mit iBooks zwar auch einen Markt für Ebooks auf seinen Endgeräten etabliert. Allerdings blieb der überragende Erfolg, den man eigentlich von Apple gewohnt ist, aus. Zahlen zu Verkäufen teilte Apple nicht mit. Derweil ist Amazon momentan die uneinholbare Nummer eins im Ebook-Markt, vor allem im Bereich Belletristik.

Mit seinen Textbooks, die laut WSJ unter dem Projektnamen “Bliss” laufen, könnten Apple zudem verstärkt in den Markt mit interaktiven Büchern einsteigen. Die entsprechende Endgeräte stellt der Konzern mit iPhone, iPad und iPod touch zur Verfügung. Wie solch ein interaktives “Textbook” aussehen könnte, hat bereits von einige Zeit der Ex-US-Vize-Präsident Al Gore mit “Our Choice” eindrucksvoll demonstriert.

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