Trend-Netzwerk Path: das bessere Facebook?

Neues Jahr, neuer Social Media-Hype: Nach Facebook, Twitter und Foursquare ist vor Path! So heißt die neue Killer-App der Social-Media-Gemeinde, die derzeit in sämtlichen Techportalen gehypt wird. Vom früheren Facebook-Mastermind Dave Morin und Napster-Mitbegründer Shawn Fanning vor rund einem Jahr gestartet, erobert die iPhone- und Android-App die mobile Web-Welt im Sturm. Und zwar als das vermeintlich bessere Facebook: Bei Path können Nutzer "Momente" mit ihren besten Freunden teilen.

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Neues Jahr, neuer Social Media-Hype: Nach Facebook, Twitter und Foursquare ist vor Path! So heißt die neue Killer-App der Social Media-Gemeinde, die derzeit in sämtlichen Techportalen gehypt wird. Vom früheren Facebook-Mastermind Dave Morin und Napster-Mitbegründer Shawn Fanning vor rund einem Jahr gestartet, erobert die iPhone- und Android-App die mobile Web-Welt im Sturm. Und zwar als das vermeintlich bessere Facebook: Bei Path können Nutzer "Momente" mit ihren besten Freunden teilen.

Nico Lumma war wieder einmal einer der Ersten. Der frühere Social Media-Director von Scholz und jetzige Digital Pioneer-COO postet seit Mitte Dezember seine Einträge in den sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter über eine neue relative neue App – Path. Zwar gibt es Path bereits seit November 2010, doch mit dem Launch der Version 2.0 Anfang Dezember letzten Jahres hebt das aktuell vielleicht heißeste Start-up des Silicon Valley erst so richtig ab.

"Das Social Network, das Weihnachten gestohlen hat", adelte etwa das Gadget-Blog Gizmodo. "Das neue Path bringt Euch dazu, Facebook zu verlassen", hält auch der Business Insider nach Veröffentlichung der Version 2.0 mit seiner Begeisterung nicht hinter den Berg. Die tägliche Nutzungsrate soll um den Faktor 30 nach oben geschossen sein.

Es geht um die Rückgewinnung der Privatsphäre
Path ist seit der zweiten Version mehr als eine Fotosharing-Community: Tatsächlich ist es ein kleines Social Network – nur eben für ausgewählte Freunde. "Bei Path sorgt die bewusste Abkehr von ‚alle, die mich irgendwie kennen, sind meine Freunde oder Follower‘, wie es bei Facebook, aber noch viel mehr bei Twitter der Fall ist, dafür, dass wir vielmehr in der Lage sind, Dinge mit unseren Freunden zu teilen, wie wir es auch früher ohne Netz-Unterstützung getan hätten", erklärt Nico Lumma das Prinzip, das er für einen der großen Web-Trends 2012 hält.
Es geht also um die Rückgewinnung der Privatsphäre in einer Zeit, in der de facto "alles öffentlich ist", wie Facebook-Gründer Mark Zuckerberg vor zwei Jahren beiläufig erklärte. Wie ernsthaft Facebook selbst dieses Ziel verfolgt, wird von Update zu Update deutlicher – die Privatsphäre beim weltgrößten Social Network wird durch die immer undurchsichtigeren neuen Einstellungen schrittweise immer weiter einkassiert.
Path: "Dein Leben mit denen zu teilen, die Du liebst"
Path schreibt es sich auf die Fahnen, dem Trend zu trotzen: Das 15 Monate alte Startup, das von Hollywoodstar Ashton Kutcher mitfinanziert wurde, will "das smarte Journal" sein, "das Dir hilft, Dein Leben mit denen zu teilen, die Du liebst".  
Nutzbar ist Path nur im mobilen Internet – als App für iPhone und Android. Einmal heruntergeladen, bittet Path um den Klarnamen und ein Profilfoto, das künftig als kreisförmiges Icon alle Einträge begleitet. "Momente" nennt Path diese Posts, die sich wie ein roter Pfad durch die Nutzungshistorie des Users ziehen.
Aufguss der alten Social Media-Kontakte in einer neuen App?
Seine Freunde, sofern sie denn schon bei Path gelandet sind, findet man über sein Adressbuch, Direkteinladungen – oder Facebook. Schnell wird klar: Ohne das weltgrößte Social Network geht es doch nicht, gerade in dieser frühen Phase. Der Ansatz, sich auf seine wirklich besten Freunden zu beschränken, klingt charmant – doch was, wenn bislang noch kaum jemand auf diesen neuen Pfaden wandelt? Entsprechend besteht die Gefahr, die alten bekannten Social Media-Kontakte im neuen Social Network einfach noch mal hinzuzufügen.
Natürlich gibt es die Verlockungen des Neuen: Path sieht ansprechender aus als jüngste App von Facebook – es ist wirkt wie die durchdesignte Mobil-Variante des großen Rivalen, die ironischerweise sogar die Timeline-Idee mit einem Hintergrund-Header auf aufnimmt.

Path postet zu Facebook und Twitter
Ansonsten ähneln sich die Features:  Es gibt lächelnde Gesichter statt Likes. Checkins können ebenso durchgeführt werden wie Freunde dabei ergänzt werden, Fotos können geteilt werden – ebenso wie die Musik, die man gerade auf seinem Smartphone hört.

Interessanter Unterschied zu Facebook: Das Xing-Premium-Feature der sichtbaren Profilbesuche greift Path auf – bei Facebook sieht der Nutzer bekanntermaßen nicht, wer auf dem Profil gewesen ist. Bleibt die Frage, ob das der Interaktion dienlich ist, wenn man auf diese Weise als Stalker gebrandmarkt wird.

Die eigentliche Daseinsberechtigung – zumindest in der jetzigen Form – erfährt Path dann aber doch durch die Anbindung an das weltgrößte soziale Netwerk. Seit der Version 2.0 können Path-Nutzer auch direkt auf Facebook und Twitter posten.
In ist, wer drin ist: der schöne Schein der ersten Stunden
So dürfte der Reiz der Coolness in diesen Tage nicht unwesentlich darin bestehen, der Webwelt in Wort und Bild zu zeigen, dass man Path-Nutzer der ersten Stunde ist. "Via Path" steht da unter einem Posting auf Facebook, Twitter, Tumblr oder Foursuqare  – neben dem kleinen Path-Logo. Über Path veröffentlichte Fotos fließen ebenfalls in den Facebook-Feed ein und bekommen wie neuerdings Bilder von Instagram ein eigenes Album; auch Linsen-Optionen zur Bildverschönerung werden angeboten, die allerdings nicht an Instagram und schon gar nicht an Hipstamatic heranreichen. 
Und als wollte Path sich selbst eingestehen, dass es am Ende dann eben doch (noch) nicht ohne die übergroße Facebook-Familie geht, wurden die maximale Freundeszahl dann auch von 50 auf 150 Freund erhöht. Damit wird Path vom Anti- zum mobilen Quasi-Facebook – es ist nur schicker. Aber vielleicht reicht genau das aus: der schöne Schein der ersten Stunde, die Illusion, wieder unter sich zu sein. "Path ist der ‚neue club branché", schreibt Seriengründer Loic Le Meur (Seesmic, LeWeb). "Fast jeder Silicon Valley-VIP versteckt sich in diesen Tagen hier."

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