Mediamarkt startet verhalten ins E-Commerce

Publishing Die Metro-Gruppe bringt seine letzte Konzerntochter zaghaft Web: Nach Saturn startet Mediamarkt heute mit einem Online-Shop. Der Schritt ins E-Commerce war für das Unternehmen eine Mammut-Aufgabe, musste Metro als Haupteigner doch die vielen Lokalfürsten mit ihren Filialen überzeugen, dass online viel Geld zu holen ist. Doch zum Shopstart vermisst man die "Geiz ist geil"-Mentalität der Metro-Tochter. MEEDIA hat das Angebot zum Start genauer unter die Lupe genommen.

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Was bietet Mediamarkt.de?
Der Webshop startet nicht mit dem vollen Sortiment der Filialen. Zu Beginn sollen erst einmal rund 2500 Artikel ausreichen. Das Unternehmen verspricht dafür, dass der Kunde alle online erhältlichen Produkte in den Filialen anschauen und ausprobieren kann. Die Produktpalette umfasst Unterhaltungselektronik, Kameras, Büroartikel, Körperpflege, weiße Ware und Spiele.

Außerdem bietet der Media Markt Downloadshop nach eigenen Angaben Zugriff auf rund 15 Millionen Songs, Videos, Games, Software und Ebooks. Ergänzt wird das Angebot durch ein "erweitertes Sortiment", zu dem etwa Weinkühlschränke, Grillgeräte oder Ferngläser zählen, gibt das Unternehmen in einer Pressemitteilung bekannt.

Wie funktionieren Kauf und Versand?
Genauso wie bei der Konzernschwester Saturn: Der Kunde hat die Möglichkeit, ein Produkt online zu kaufen und sich nach Hause schicken zu lassen. Oder aber die Versandkosten zu sparen und das Gerät in der nächsten Filiale abzuholen. Laut Mediamarkt soll das in den meisten Fällen noch am gleichen Tag möglich sein. Der Kunde hat außerdem die Möglichkeit, online gekaufte Ware im Markt seiner Wahl umzutauschen.

Das Unternehmen viel im Webbusiness sein wichtigstes Asset ausspielen, seine Angestellten vor Ort. So heißt es auf der Webseite etwas holprig formuliert: “Bei der Media Markt Hotline sprechen Sie nicht mit vorprogrammierten Robotern oder Callcenter-Angestellten in Asien, sondern mit fachkompetenten Media Markt Mitarbeitern.” Als Bezahlmöglichkeiten können Kunden zwischen Sofortüberweisung, der Media- Markt-Geschenkkarte und mehreren Kreditkarten wählen. Alternativ dazu soll der Kunde seinen Einkauf auch direkt online finanzieren können.

Bekomme ich meine Ware online günstiger?

Nein. “Grundsätzlich sind die Preise der im Onlineshop angebotenen Produkte gleich wie in den lokalen Märkten. Es kommen lediglich die Versandkosten hinzu, wenn man sich die Bestellung nach Hause liefern lässt”, verrät der Konzern in einer Mitteilung. Außerdem verlangt Mediamarkt für den Versand von Großgeräten bis zu 49 Euro, die bei der Konkurrenz teilweise wegfallen.

Locken zum Start preiswerte Schnäppchen?

Nicht wirklich. Mediamarkt ist für seine aggressive TV-Werbung bekannt, bei der die Elektronikkette den Geiz propagiert. Wer zum Launch des Online-Shops auf neue Gadgets zu Tiefstpreisen hofft, dürfte allerdings enttäuscht werden. Ein erster kurzer Vergleich mit dem direkten Konkurrenten Amazon.de zeigte, dass angebotene Fernsehgeräte bei der Metro-Tocher teurer waren, wenn man sie sich nach Hause schicken lassen will. Denn Amazon verzichtet ab einem bestimmten Preis auf die Versandkosten, während Mediamarkt.de sogar für die Lieferung hinter die Haustür fünf Euro extra verlangt.

Günstige Kompaktkameras bietet Mediamarkt allerdings günstiger an als Amazon. Gamesmarkt kritisiert allerdings das Angebot für Gamer: “Das Games-Sortiment ist mehr als mager. Der Menüpunkt ‘Spielekonsolen’ führt derzeit zu nur einem einzigen Angebot. Nur Microsofts Xbox 360 kann online geordert werden”, heißt es auf der Webseite.

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