SID-Chef Michael Cremer wechselt zu dapd

Publishing Michael Cremer, 42, verlässt den SID Sport-Informations-Dienst und wechselt zur dapd-Gruppe. Er wird Leiter Europaexpansion. Cremer ist seit 2008 Geschäftsführer des SID. Er blickt auf mehr als 15 Jahre Berufserfahrung in der Medienbranche zurück: Vor seiner Zeit beim SID war er u.a. als Leiter Multimedia bei N24. In den letzten Monaten sind bereits 13 SID-Mitarbeiter zu dapd gewechselt. Neben Cremer wechseln noch Chefredakteur Timon Saatmann und Vertriebschef Oliver Hamann zu dapd. Ein Coup.

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Ein ausführliches Interview zur Person und den Ansichten von Michael Cremer führte im Juli 2011 Christopher Lesko für MEEDIA. Aus gegebenem Anlass sei hier die Passage wiedergegeben, die sich mit dem damaligen Konkurrenten dapd beschäftigt. SID-Geschäftsführer Cremer kommentierte die Ankündigung, dass der Newcomer auch in den Sportbereich expandierte, damals gelassen:
Sie nehmen DAPD nicht so ernst?
Wir betrachten das mit Interesse, aber ich sehe ehrlich gesagt momentan keine Notwendigkeit für einen dritten Anbieter. Ich bin kein Freund von Monopolen und dankbar für den freundschaftlichen inhaltlichen Wettbewerb mit der DPA. Bei DAPD weiß man noch nicht, was genau sie wollen: Vollagentur im Wettbewerb mit der DPA? Sport-Wettbewerber gegen den SID? Von null beginnend, werden sie es nicht leicht haben Fuß zu fassen.
Sie nehmen schon auch wahr, dass DAPD strategisch den Markteintritt nicht in jeder Sekunde des Tages völlig frei von Aggressivität gestaltet?
Sie haben in eine Kultur des freundschaftlichen und stilvollen Wettbewerbes der Nachrichtenagenturen anfangs eine neue Tonalität gebracht. Daran mussten sich alle Marktteilnehmer gewöhnen. Ich wundere mich über die große Resonanz, die das erzeugt hat. Da ist viel Aufregung, aber es bewegt sich wenig. Konzentrationen und Fusionen zweier kleinerer Anbieter sind normal und kosten die Beteiligten übrigens auch eine ganze Menge an Kraft. Der Anspruch, als Vollagentur gegen DPA zu gehen, ist mutig.

Sie machen sich keine Sorgen?
Ach, für den Titelträger ist es einfacher, als für den Herausforderer: die Kraft der Marke, das Renommee gerade auch bei Aktiven und Verbänden, eingespielte Prozesse, bereits bewiesene Zuverlässigkeit sind bei uns auf der Haben-Seite. Da müssen andere erst noch hin. Nein, ich mache mir keine Sorgen.
Dem steht gegenüber, dass Pioniergeist, Hunger, jemandem etwas streitig machen wollen, viel mehr Kräfte mobilisieren, als aus Gewohntem und Vollem zu schöpfen…
Das allein wird nicht reichen, Sport ist ein anspruchsvolles Themengebiet. Der SID ist phantastisch aufgestellt: Wir haben ein Team mit einer einzigartigen Mischung aus erfahrenen Elefantengehirnen und jungen Heißspornen. Kollegen, die nicht nur ein 1:0 melden, sondern die Geschichte über den Menschen erzählen können, der das Tor geschossen hat. Wir haben Energie, Kompetenz und Erfahrung.
Diese Tugenden wird Cremer nach dem Seitenwechsel auch beim neuen Arbeitgeber fördern wollen.

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