CES: TV verliert gegenüber Tablets und Co.

Fernsehen Passend zur Consumer Electronics Show in Las Vegas hat das Marktforschungsunternehmen Accenture eine Studie veröffentlicht, die die TV-Branche vor neue Herausforderungen stellen dürfte. Die Analysten fanden heraus, dass in den USA der reguläre Fernsehkonsum stark sinkt. Und das in einem schnelleren Zeitraum als bislang angenommen. Damit nicht genug: Die Megatrends Smart-TV und 3D interessierte nur einen Bruchteil der Befragten. Und das, obwohl eine komplette Branche auf die Technik baut.

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Laut Accenture hat der “normale” Fernsehkonsum von 71 auf 49 Prozent seit 2009 abgenommen. Die Umfrage unter 1000 Konsumenten aus den USA, Deutschland, Brasilien, China, Frankreich, Japan, Russland, Indien, Südafrikau und Schweden kam außerdem zu dem Ergebnis, dass die Bereitschaft zum Kauf eines Neugeräts abgenommen hat seit 2010.

Accenture begründete diese Trendwende mit der Abwanderung des TV-Konsums auf andere Geräte, wie etwa Smartphones, Tablets und Notebooks. Dieser Schluss ist durchaus logisch, bieten doch immer mehr Sender die Möglichkeit, ihr Programm auch via App zu verfolgen.

Die weiteren Zahlen von Accenture untermauern diese Schlussfolgerung. So besitzen 53 Prozent der Befragten ein Smartphone, 2010 waren es noch 28 Prozent. Der Tablet-Besitz ist von acht auf zwölf Prozent gestiegen. Unter den Tablet-Nutzern schauen sich 44 Prozent Streams an, 43 Prozent laden mindestens eine App pro Woche herunter.

Ein Drittel schaut Videos oder TV-Episoden auf dem Computer, rund zehn Prozent über ihre Smartphones. Dafür sei nicht zuletzt auch der Vormarsch des Cloud Computing verantwortlich. Rund ein Drittel hat laut Accenture deswegen aufgehört, DVDs auszuleihen. Der Hammer kommt aber noch: Nur ein Viertel hat überhaupt Interesse an 3D-Inhalten und will Smart-TVs nutzen.

Diese Einstellung dürfte viele TV-Hersteller von den Kopf stoßen. Denn immerhin gelten 3D und Smart-TVs als der Megatrend in der Fernsehbranche – zumindest für die Industrie. Eric Savitz vom Wirtschaftsblatt Forbes zieht daraus folgende Schlüsse: TV-Hersteller haben das Nachsehen, während sich Content-Produzenten, wie Redaktionen und Filmproduktionsfirmen, den Konsumenten ermöglichen sollten, Inhalte auch jenseits der Mattscheibe konsumieren wollen.

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