Wulff-Anwalt: „keine Angst“ vor Publikation

Publishing Es kommt neuer Schwung in die Veröffentlichung von Details aus dem Anruf von Bundespräsident Christian Wulff bei der Bild-Chefredaktion. Im Interview mit dem Deutschlandfunk erklärte Wulffs Medienanwalt Gernot Lehr, man hätte keine Angst vor einer Veröffentlichung. Es sei nun die Verantwortung der Bild, einen solchen “Tabubruch zu begehen”. Damit spielt der Anwalt auf die Vertraulichkeit von Vieraugengesprächen an. Der Bundespräsident sah die Sache schonvergangene Woche als "erledigt" an.

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Wulff hatte damit vergangene Woche auf einen offenen Brief von Bild-Chefredakteur Kai Diekmann reagiert, der auf Transparenz gepocht hatte und darum bat, den Anruf des Bundespräsidenten im Wortlaut zu veröffentlichen. Das Staatsoberhaupt und die Axel Springer AG sind sich bis dato uneins darüber, ob der Politiker tatsächlich versucht hatte, die Berichterstattung zu verhindern oder sie “nur” zu verschieben. Wulff sah in seiner Replik auf Diekmanns Schreiben die Sache als "erledigt" an, da man im Hause Springer seine Entschuldigung angenommen hätte.

Auf die Frage von Jürgen Liminski im Deutschlandfunk erklärt Lehr: “Es geht nicht darum, ob ich etwas dagegen habe, sondern es geht darum, ob die Bild-Zeitung meint, dies tun zu können.” Der Medienanwalt wird konkret: “Wenn sie das tun will, dann mag sie es tun, das muss sie selbst in eigener Verantwortung entscheiden. Es ist nicht richtig, dass hier eine große Angst besteht vor einer Veröffentlichung, aber es ist Angelegenheit der Bild-Zeitung, diesen Tabubruch zu begehen.”

Offenkundig hatte sich das Springer-Blatt zurückgehalten, was die Berichterstattung zum Anruf auf der Mailbox des Bild-Chefs angeht. Dennoch waren Details dazu sowohl bei der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und der Süddeutschen Zeitung aufgetaucht, die wiederum von der gesamten deutschen Presse aufgegriffen worden waren.

Der Spiegel berichtete am Wochenende außerdem, die gesamte Nachricht von Wulff im Wortlaut vorliegen zu haben. Damit nicht genug: Das Nachrichtenmagazin berichtete außerdem, dass Wulff nicht nur Kontakt zu Springer-Chef Mathias Döpfner aufgenommen haben soll, sondern ihm auch mit Krieg zwischen dem Bundespräsidialamt und dem Verlag bis zum Ende seiner Amtszeit gedroht hätte.

Die Frage, die sich stellt: Veröffentlicht die Bild nun den Anruf im Wortlaut? Eine Anfrage bei der Axel Springer AG blieb bislang (Stand: 12.39 Uhr) unbeantwortet.

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