So lacht das Web über die Wulff-Affäre

Publishing Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Den Schaden hat sich Bundespräsident Christian Wulff mit seinen Kredit-Mauscheleien und dem Droh-Anruf bei Bild-Chef Kai Diekmann selbst eingebrockt - den Spott aus dem Internet gibt es gratis obendrauf. Ein Stimmen-Imitator deckt für den WDR auf, was Wulff auf Diekmanns Mailbox sprach. Der Stern bastelte eine gefakte Facebook-Seite des Bundespräsidenten, und die Titanic gestaltete flugs eine E-Postkarte.

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Das meiste Echo bekam im Netz die Audio-Datei mit dem “Anruf” des Bundespräsidenten Christian Wulff bei Bild-Chef Kai Diekmann. Ein wirklich guter Stimmenimitator lässt Christian Wulff für den WDR sagen: “Für meine Frau und mich ist der Rubikon aber sowas von überschritten…” Ganz am Ende “meldet” sich dann noch FAS-Mann Eckhart Lohse auf dem AB von Kai Diekmann. Sehr lustig!

Die Titanic gestaltete zeitnah eine E-Postkarte in Bild-Schlagzeilenoptik. Text: “Dieser Milchbubi ist der Bild-Erpresser”. Dazu ein Foto von Christian Wulff am Telefon. Im Text darunter heißt es: “Seine Fistelstimme zittert. Er keift und weint, doch er landet nur auf der Mailbox. Der wirre Bubi-Erpresser (52) fordert ‘Gerechtigkeit’, droht mit ‘Krieg’ und ‘Abo-Kündigung’. Die Redaktion lacht sich schlapp.”

Stern.de hatte bereits kurz vor Weihnachten eine gefakte Facebook-Seite von Christian Wulff erstellt, die sich im Zuge der Anruf-Affäre wieder großer Beliebtheit im Netz erfreut. Auf der Seite gibt es lustige Fake-Kommentare von Angela Merkel, Carsten Maschmeyer und Kai Diekmann zu lesen. Witzig: Der Fake-Diekmann macht auf der Seite ständig Bemerkungen darüber, dass er den Präsidenten um einen persönlichen Rückruf bittet. Dabei war es in der Realität ja genau umgekehrt!

Und bei Twitter dauert es nicht lange, bis man als strauchelnder Präsident eigene Hashtags bekommt. So kursiert bereits der Gag-Tag #wulfffilme, u.a. mit “AB-eowulff", “Die Bild, die zuviel wusste”, "Wulff Fiction", "Rotkäppchen und der Wulff" und vielen mehr. Clap-Chefredakteur und Karikaturist Bulo schlägt dagegen einen anderen Hashtag vor: #Bundespressident.

Das Satire-Ressort SPAM bei Spiegel-Online macht einen mäßig lustigen Fotowitz darüber, dass Christian Wulff nun ja das Schloss Bellevue kaufen könne. Daneben prustet Carsten Maschmeyer: “Klar, als Mieter hast Du bestimmt ein Vorkaufsrecht.”

Analog zur alten Seite “istwesterwellenochimamt.de” hat nun auch der Bundespräsident eine Seite “istchristianwulffnochimamt.de”. Zumindest zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels lautete die Antwort: “Ja”. Eine weitere Website, die schnell eingerichtet wurde, ist "Bundespräsident gesucht". Nutzer können dort Gaga-Vorschläge einreichen, die in Top-Listen gesammelt werden. 

Bei Facebook sind sie dagegen schon einen Schritt weiter. Dort wurde bereits die Gruppe “Wir wollen unseren Bundespräsidenten Christian Wulff zurück” gegründet. Die hat aber derzeit (3. Januar, 10.30 Uhr) nur 54 Mitglieder. Kann ja noch werden. Die Facebook-Seite “Wir wollen Karl Theodor zu Guttenberg zurück” hat über 42.000 Mitglieder. Aber der ist ja erstens wirklich schon zurückgetreten und zweitens ist dessen Fan-Seite ernst gemeint.

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