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Zyngas Flop-IPO bringt Facebook in Probleme

Damit hätte wohl kaum einer gerechnet: Zynga legte den größten Börsengang eines Internet-Unternehmens seit Google hin - und der geriet zum Fiasko. Eine Woche ist das IPO her. Die Zynga-Aktien notieren immer noch signifikant unter dem Ausgabekurs - zwischenzeitlich betrug das Minus schon 15 Prozent. Für Facebook sind das keine guten Nachrichten. Die Stimmung für Internet-IPOs hat sich in den vergangenen Monaten zunehmend verfinstert. Börsenexperten sehen Bewertungsprobleme auf Facebook zukommen.

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Damit hätte wohl kaum einer gerechnet: Zynga legte den größten Börsengang eines Internet-Unternehmens seit Google hin – und geriet zum Fiasko. Eine Woche ist das IPO her. Die Zynga-Aktien notieren immer noch signifikant unter dem Ausgabekurs – zwischenzeitlich betrug das Minus schon 15 Prozent. Für Facebook sind das keine guten Nachrichten. Die Stimmung für Internet-IPOs hat sich in den vergangenen Monaten zunehmend verfinstert. Börsenexperten sehen Bewertungsprobleme auf Facebook zukommen.
Wie konnte das nur passieren? Durchschnittlich um 47 Prozent legten Börsengänge von Internet-Unternehmen 2011 am ersten Handelstag zu, ermittelte der Finanzinformationsdienst Bloomberg. Zyngas erster Handelstag vor einer Woche sah etwas anders aus: Um fünf Prozent ging es gleich nach unten – und das, obwohl es sich um das größte IPO eines Internet-Unternehmens seit Google handelte.

Dabei blieb es nicht. Bis auf 8,75 Dollar wurde der Social-Games-Anbieter am Anfang der Woche durchgereicht, ehe Schnäppchenjäger zugriffen und Schadenbegrenzung betrieben – 12 Prozent lagen Zeichner damit schon am zweiten Handelstag hinten. 

Zyngas Kursziel: 6 Dollar

Glaubt man Silicon-Valley-Ikone Paul Kedrosky (Blog: "Infectious Greed"), ist Zyngas Weg nach unten damit längst nicht zu Ende. Bis auf 6 Dollar könnte Zynga im nächsten Jahr nach unten durchgereicht werden, mutmaßt Kedrosky – das wäre ein happiger Abschlag von bis zu 40 Prozent!

Das hat nun Folgen für die ganze Assetklasse: "Internet-IPOs sind dadurch beschädigt", erklärt der Techblogger und Web-Unternehmer. "Anleger werden durch die erwarteten Gewinne zum Handelsstart angezogen – das ist die Kompensation für das Risiko, das sie beim Zeichnen eingehen", so Kedrosky. "Fällt das weg, ändern sich die Vorzeichen des Marktes für Neuemissionen."

Sorgen für Facebook: "Oh mein Gott, ich wurde gerade discountet"

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Auf den letzten Metern des Börsenjahres 2011, das für Börsendebütanten aus dem Internet-Sektor eigentlich so hoffnungsvoll mit satten Kurszuwächsen bei LinkedIn, Yandex und Groupon begann, ist nun genau das passiert: Die Stimmung ist gekippt.

Das könnte nun auch ein anderer Börsenkandidat noch zu spüren bekommen, der als Höhepunkt der Welle von Internet-Börsengängen der Social-Media-Generation im nächsten Frühjahr an die Wall Street strebt – Facebook. "Wenn ich Facebook wäre, würde ich denken: Oh mein Gott, ich wurde gerade discountet", erklärte Kedrosky.  "Und genau das sollten sie auch denken, schließlich ist Zynga so etwas wie ein Facebook-Ableger – eine Call-Option auf Facebook."

Zuckerberg wollte nie an die Börse

Konsequenz: Facebook werde nun "viel härter arbeiten müssen, um für sein IPO bei institutionellen Anlegern zu werben", erklärte Kedrosky, der selbst aktiv als Vermögensverwalter arbeitet. "So einen Börsengang wie Zynga, bei dem die Aktie gleich unter den Ausgabekurs fällt, kann sich Facebook nicht erlauben. Das ist nun aber das Problem: Keiner will so was wieder erleben, das ist nun die Angst vor dem fallenden Messer, in das keiner greifen will."

Klingt ganz so, als müsste sich das weltgrößte Social Network, das in Zukunft zum veritablen Blue Chip-Unternehmen werden will, mit Blick auf 2012 seine Gedanken machen. Mark Zuckerberg wird das alles nicht besonders gefallen. In der jüngsten Exklusivreportage zitiert das Wall Street Journal Zuckerberg nahestehende Personen, denen zufolge sich der Facebook-Gründer darum sorgt, dass der Börsengang die Unternehmenskultur, in der sich Mitarbeiter um die Produkte, nicht aber um den Aktienkurs kümmern sollten, zerstören könne.
Wenn es ja nach Zuckerberg ginge, hätte er Facebook lieber als ein privat geführtes Unternehmen erhalten, als an die Börse zu gehen, schreibt das WSJ. Ist der mutmaßlich größte Börsengang des kommenden Jahres am Ende also nur ein Missverständnis?

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