Bislang härteste Strafe für Kino.to-Mitarbeiter

Weitere Verurteilung im Kino.to-Prozess: Ein Leipziger Gericht hat ein viertes Mitglied der Raubkopierer von Kino.to zu drei Jahren und fünf Monaten Haft verdonnert. Der 47-Jährige hatte Web-Server im Ausland angemietet, von denen illegal mehr als 10.000 Filme gestreamt wurden. Seit 2008 erzielte er damit einen Umsatz von 630.000 Euro, wovon ihm die Hälfte als Gewinn geblieben sei, sagte ein Richter. Er soll das illegale Geschäftsmodell von Kino.to von Anfang an mitentwickelt und perfektioniert haben.

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Gegen eine Gebühr konnten Nutzer exakt 10.754 Raubkopien in hoher Geschwindigkeit ansehen und herunterladen, teilte die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) mit.
Kino.to sei als ein genau abgestimmtes Gesamtkonzept zu sehen, welches einen bestehenden Anreiz bei den Nutzern kanalisiert habe. Allen Mitarbeitern von Kino.to sei bewusst gewesen, dass dort Rechtsverletzungen von statten gingen. "Es muss mit aller Deutlichkeit gezeigt werden, dass solche Rechtverletzungen nicht geduldet werden können", schloss der Richter seine Urteilsbegründung ab.
Der Angeklagte sagte vor Gericht aus, dass er zu dem Hauptbeschuldigten von kino.to seit 2002 geschäftliche Beziehungen unterhielt. In dem Jahr hatte er sich als kleiner Internet Service Provider (ISP) in Sachsen selbstständig gemacht. Der kino.to-Kopf benötigte damals einen Server für 100 Gigabyte Traffic, den der Angeklagte für ihn in den USA anmietete. In den folgenden Jahren unterstützte der Kleinunternehmer mit seinen Fremdsprachenkenntnissen den kino.to-Kopf bei weiteren internationalen Geschäften; so zum Beispiel in den Jahren 2005 und 2006, als der kino.to-Chef in Spanien eine Firma gründen wollte. Für die verschiedenen Internetseiten des kino.to-Chefs mietete er weltweit Server an und fungierte als Ansprechpartner für die Mitarbeiter der Rechenzentren. Dies tat er auch für kino.to.
Die Strafe für den 47-Jährigen ist die bisher härteste im Prozess. Sogar der als Haupt-Administrator tätige Martin S., der 23.000 Raubkopien von Filmen auf interne Server hochgeladen hatte, kam glimpflicher davon. Er erhielt eine Haftstrafe von drei Jahren (MEEDIA berichtete).

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