Musik aus dem Web: der Anbieter-Check

Die Gema hat gerade die Gebühren für Musikstreamingdienste gesenkt. Aus diesem Anlass gibt MEEDIA einen Überblick über die in Deutschland vertretenen legalen Streamingdienste für Onlinemusik. Das Ergebnis überrascht: Obwohl seit Napster klar ist, dass Musik und Web bestens zusammenpassen, ist das Angebot recht überschaubar. Spätestens seit seiner skurrilen Augenbrauen-Werbung ist Simfy das bekannteste Portal. Aber auch die Konkurrenz kämpft hart um den deutschen Markt.

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Simfy

  • Gründung: 2009

  • Sitz: Köln

  • Leitung: Gerrit Schumann (CEO), Christoph Lange (CMO), Georg Bergheim (COO), Steffen Wicker (CIO)

  • Angebot: 13 Millionen Lieder

Simfy bietet Songs von den vier großen Major-Labels Sony Music, Universal Music, Warner Music und EMI sowie weiteren kleineren Plattenfirmen. Seit seiner Gründung hat das Unternehmen sein Geschäftsmodell mehrfach verändert. Mittlerweile müssen sich Nutzer registrieren, um Musik hören zu können. Zudem ist der Zugang auf fünf Stunden pro Kalendermonat beschränkt und wird von Werbeeinspielern unterbrochen. Die zweite Nutzungsvariante ist ein Abo-Modell. Gegen eine monatliche Gebühr von 9,99 Euro (6,99 Euro für Schüler und Studenten) kann auf den Simfy-Katalog ohne Werbeunterbrechungen zugegriffen werden.
Simfy gehört zur Musik-Networx-Markenfamilie. Als Gesellschafter an Music Networx sind unter anderem DuMont Venture, Earlybird und Klaus Wecken (Jedox AG) beteiligt.
http://www.youtube.com/watch?v=yNjj6rNPI64′>Deezer

  • Gründung: 2007

  • Sitz: Frankreich und Großbritannien

  • Leitung: Daniel Marhely

  • Angebot: 13 Millionen Lieder

Deezer steht Simfy mit Blick auf das Angebot in nichts nach. Wer auf kostenloses Musikstreaming hofft, wird jedoch enttäuscht. In der Basisversion können Nutzer nur 30 Sekunden in Songs hereinhören oder auf eines der Deezer-Webradios zugreifen. Diese werden von Werbeeinspielern unterbrochen. Ab 4,99 Euro pro Monat steht das gesamte Angebot unbegrenzt zur Verfügung. Für 9,99 Euro pro Monat kommt die Musik auf das Smartphone und steht auch offline zur Verfügung.
Rara

  • Gründung: 2011

  • Sitz: London, England

  • Leitung: Rob Lewis, Geschäftsführung Tim Hadley

  • Angebot: 10 Millionen Lieder

Ganz frisch gestartet ist der Musikdienst Rara. Das Angebot ist dank eines großen Rollouts seit Mitte Dezember in 23 Ländern verfügbar. Im Startquartal erhalten Nutzer für 99 Cent pro Monat Zugriff auf Rara.com. Danach werden 4,99 Euro monatlich für den Online-Zugang und 9,99 Euro pro Monat für den Mobil-Zugang fällig. Zum Abruf sollen zehn Millionen Lieder bereitstehen. Der neue Dienst wird auch auf dem Großteil neuer Hewlett-Packard-PCs in Europa vorinstalliert sein. Außerdem ist er – genau wie seine Konkurrenten – für Android, iOS und weitere Plattformen erhältlich.
Besondere Innovationen bietet Rara zwar nicht. Bemerkenswert ist dennoch, dass der Service direkt zum Start alle vier Major-Labels mit an Bord hat und in 23 Ländern gleichzeitig live ging. Hinter dem Portal stehen die Gründer von Omnifone, das im Auftrag von Firmen wie Sony und Research in Motion (RIM) webbasierte Musik-Plattformen betreibt. Der  britische Dienstleister stellt außerdem die Infrastruktur von Rara.com.
iTunes Match

  • Gründung: 2011

  • Sitz: Cupertino, USA

  • Leitung: Tim Cook

  • Angebot: alle Songs auf der Festplatte des Nutzers

Apples neuer Musikdienst streamt zwar nicht direkt Musik auf den PC. Aber für 24,99 Euro sorgt iTunes Match für einen Musikabgleich für bis zu zehn Geräte. Dazu vergleicht es die Lieder auf den Festplatten der Geräte mit der eigenen Datenbank. Was iTunes nicht kennt, wird zum Server hochgeladen. Somit steht, wie bereits bei Apps und Büchern, jeder Titel zum Download auf iPhone, iPad, iPod und Computern bereit.
Neben dem Vorteil, nicht tausende Musiktitel auf einen Server hochladen zu müssen, wie beim Cloud Drive von Amazon oder Music von Google, ist die Freischaltung aller Lieder in der Musiksammlung. Da fragt keiner mehr nach den Quellen, die mögen grau bis tiefschwarz gewesen sein, egal, Schwamm drüber. Apple schaltet die Songs in besserer Qualität (AAC-Version mit 256 Kbit/s), kopierschutzfrei (DRM free) mit Cover-Abbildung und allen Angaben zum Album (ID-3 Tags) frei.
Neben diesen Musikstreamingdiensten gibt es auch weitere Anbieter, die sich in ihren Funktionen jedoch leicht unterscheiden. Sony hat mit Qriocity seinen eigenen Onlinemusik- und Filmdienst. Last.fm zählt seit Jahren zu den bekanntesten Internetradios, das auf Basis einer Software den Musikgeschmack seiner Nutzer auswertet. Außerdem existieren einige Anbieter, die ihre Songs komplett kostenlos und ohne Werbeunterbrechung im Netz übertragen. Diese besitzen in der Regel jedoch keine Lizenzvereinbarungen mit den Urhebern und bewegen sich in rechtlichen Grauzonen, weshalb sie in dieser Liste keine Beachtung gefunden haben.

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